Sanitas Tonisator aus den 1930 Jahren ??? Reizstrom

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Seller: weisservogel2003 (4.232) 96.8%, Location: Wickede, Ships to: DE, Item: 362780528753 Version:1.0StartHTML:0000000168EndHTML:0000015837StartFragment:0000000497EndFragment:0000015820BeiLähmungen der Nerven schwindet die zugehörige Muskulatur. Um diese"bei Laune" zu halten, müssen die Muskel folgerichtigelektrisch gereizt und zum Arbeiten gebracht werden. So auch bei demspäteren deutschen Kaiser Wilhelm II, der bei der Geburt - er kamals Steisslage zur Welt - eine schwere Quetschung des Plexusbrachialis erlitten hatte mit nachfolgender schlaffer Lähmung deslinken Armes: Zehn Jahre lang wurde er als Kind einerElektrisierungs-behandlung unterzogen und mit Wechsel- odergalvanischem Strom behandelt. Inden 1930er Jahren wurde die Faradisierung eine modische Erscheinung.. Anzeige"Tonisatorapparatfür Schwellstrom-Massagen zu kaufen evtl. zu leihen gesucht. Gebr.Wagner, Esch-Alzig, Breitenweg Nr. 34" (Escher Tageblatt vom8.5.1943). ExponatAusdem Nachlass des ab 1922 auf L.-Limpertsberg niedergelassenen ArztesCamille GLAESENER (1887-1952) stammt dieser Elektrisierapparat derBerliner Firma Sanitas aus den 20-30er Jahren. Das Gerät diente derElektrostimulierung des Nervensystems - was immer man darunterverstehen will. Der elektrische Strom des "Tonisator" wurdein 4 Trockenzellen produziert. Die Handkurbel (in der oberen Eckelinks im Bild zu sehen) wurde in die rechte Seite des Kastensgesteckt und ein Uhrwerk aufgezogen, das dafür sorgte, daß derStromabnehmer (Mitte des Bildes) minutenlang im Kreis über die 24Stifte lief und dem faradischen Strom so eine an- und abschwellendeForm gab, die Stärke des Stromes wurde an den Schaltern linkseingestellt. ZumErfinderDasPatent des Gerätes gehörte ursprünglich einem Dr. Ebel, zu dessenPerson ich lange recherchieren musste, bevor ich diese spärlichenDaten fand: Dr. Samuel EBEL (Wiener med. Wschr., 1918 S.188) war um1909 mehrere Jahre lang Bade- resp. Kurarzt in Bad-Gräfenberg, derHeimatstadt des bekannten Vinzenz Prießnitz ... Er war 1918 auch inAbbazzia tätig. Er starb im März 1931, Beisetzung auf demZentralfriedhof in Wien Tor IV (Neues Wiener Journal, 20. März1931).Herstellerdes Apparates: Electricitätsgesellschaft SANITAS, Berlin N24.Friedrichstr. 131d. 1925(20.4.) ließ er sich als Dr. Siegfried Samuel EBEL einenUnterbrecher für elektro-therapeutische Einrichtungenpatentieren (https://patents.google.com/patent/DE498678C/un) sowiediesen Apparat für Elektrotherapie(https://patents.google.com/patent/FR614797A/en)- ein Gerät, das mit seiner4-V-Trockenbatterie völlig harmlosdaherkam, und mit jeder x-bliebigen Taschenlampen-Batterie betriebenwerden konnte. Nachdem Tod des Erfinders (?) konstituierte sich in Wien eine"Tonisator-Gesellschaft" mit Sitz in der Seilerstätten°15, die ihre Geräte mit viel Geschick an den Mann brachte (NeuesWiener Journal, 25. Dez. 1932): "Krankheitendes Herbstes von Dr.rned. A. K. Medizinund Statistik haben herausgefunden, daß es eine Anzahl vonErkrankungen gibt, die insbesondere im Herbst bedeutend zahlreicherauftreten als zu anderen Jahreszeiten. Der Uebergang von der warmenzur kalten Jahreszeit mit den durch den Sommer ungewohntenTemperaturdifferenzen, die Abendfeuchtigkeit und nicht zuletzt dieFolgen der im Sommer zum Beispiel durch zu kaltes unbesonnenes Badenbegangenen Sünden beginnen sich im Herbst zu rächen. Ebenso machensich jetzt Sportverletzungen, zu denen der Sommer reichlichGelegenheit bot und die gewöhnlich nicht mit dem erforderlichenErnst behandelt wurden, doppelt unangenehm bemerkbar.Alle dieseErkrankungen, die oft mit großer Schmerzhaftigkeit verbunden sind,werden in der modernen Medizin außer durch die bekannten internenBehandlungsmethoden vornehmlich auf elektro-therapeutischem Wegebehandelt. Hier spielt der nach Angaben von Dr. med. S.S. Ebelkonstruierte „Tonisator" eine ganz besondere Rolle. Durch eineäußerst sinnreiche Konstruktion wird der elektrische Strom, imGegensatz zu dem von veralteten Apparaten verabreichten, zu einemregelmäßig an- und abschwellenden Strom verwandelt, dessen Rhythmussich weitestgehend den biologischen Vorgängen im menschlichen Körperanpaßt. Hiedurch wird dem Strom jede brüske und schmerzhafteWirkung genommen, er wird angenehm und schmerzstillend empfunden.Selbst Kinder, die sich bekanntlich gegen jede elektrische Behandlungablehnend Verhalten, sind ihm ohne weiteres zugänglich. DieEigenschaften machen den „Tonisator" gerade bei den im Herbsthäufig auftretenden Krankheiten unentbehrlich. Hieher gehören vorallem Erkrankungen der Muskeln, Gelenke und Nerven. Hiebei ist esgleichgültig, ob sie als akute Erkrankungen oder als Rezidiven vonbereits seit Jahren bestehenden Muskel- oder Gelenks-erkrankungenauftreten: die „Tonisatorströme" bringen in den allermeistenFällen schon nach wenigen Behandlungen dauernde Befreiung von denSchmerzen und endgültige Heilung. Dieselben Erfolgs hat der„Tonisator" bei den schmerzhaften, häufig das Berufslebenstörenden Folgeerscheinungen nach Sportverletzungen, wieVerrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen, Folgen nach Knochenbrüchenusw., aufzuweisen. Nach ganz wenigen Sitzungen schwinden auch hierdie Schmerzen und erfolgt dauernde Heilung. Eines speziellenAnwendungsgebietes des „Tonisators" sei bei dieser Gelegenheitnoch gedacht, da gerade dieses im Herbst von großer Wichtigkeit ist.— Nimmt man nach dem Urlaub seine gewohnte berufliche Beschäftigungwieder auf, so zeigen sich anfänglich oft unangenehmeErmüdungserscheinungen, gegen die erfahrungsgemäß der „Tonisator"ein ganz hervorragendes Mittel ist. Alle Muskeln und Nerven werdendllrchgeknetet und machen eine Passive, äußerst heilkräftigeMassage und Gymnastik durch, die ihre Rückwirkung nicht nur rmkörperlichen Befinden, sondern auch in der gesteigerten geistigenRegsamkeit findet. Nicht mit Unrecht wird behauptet, daß die„Tonisatorströme" ein ausgezeichnetes und unschädlichesRegenerationsmittel find" (Neues Wiener Journal,10. Sept.1933). Lit.:SchrottenbachHeinz, Ein Fortschritt in der Elektrotherapie: Der Tonisatornach Dr. Ebel, in: Münch.med.Wschr., 74,1801-1802 (1927).Prinz,A., Der Tonisator in der täglichen Praxis, in: Mitt. d.Niederösterr. Ärztekammer u.d. Landesorganisation der Ärzte, Badenbei Wien.EinLeben für das Werk. Robert Otto zum Dank. Zusammengestellt undherausgegeben zum 40jährigen Bestehen der ElectricitätsgesellschaftSanitas und zur Vollendung des achtzigsten Lebensjahres ihresGründers. 3. Oktober 1899 - 1939. Denk- und Festschrift. 130 (3) S.mit einer Vielzahl von sw. Abb. Format: 30x21,5

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