Bildhauer Zumbusch Alois Strobl Atelier Wien Habsburg Adel Kaunitz Billroth 1898

EUR 50,00 Sofort-Kaufen oder Preisvorschlag 26d 23h, Kostenloser Versand, 30 Tage Rücknahmen, eBay-Käuferschutz

Verkäufer: Top-Rated Seller telemeken (3.286) 100%, Artikelstandort: Bayern, Versand nach: Worldwide, Artikelnummer: 263521920715 Aus der Großen Berliner Kunstausstellung 1898: Ein Festtag bei Professor Zumbusch. Besichtigung im Zumbusch-Atelier in Wien. Der Bildhauer mit Freunden und Schülern vor der riesigen Halbfigur Billroths. Abgebildet sind Zumbusch neben seinem Modell des Kaunitz, Edmund Hofmann von Aspernburg, Hans Bitterlich, Professor Anton Breneck vom österreichischen Museum, Bildhauer Alois Strobl, Alexius Swoboda, der älteste Mitarbeiter aus München, im Hintergrund der Maler Hans Temple mit seiner Tochter. Großformatige, Original-Holzstich von 1898. Nach dem Originalgemälde von Hans Temple. In der Platte signiert. Journalausschnitt in der Größe: 330 x 260 mm. Mit vertikaler, mittiger Bugfalte. Mit Text-Beiblatt. In der Mitte des Bildes an der Bugfalte mit gekreuztem Einriss, sonst sehr guter Zustand. Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!! 100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!! Besichtigung jederzeit möglich. 100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint! Visit any time. Bitte warten, hier kommt gleich ein großes Bild!!! Aus großem Bildarchiv, weitere Angebote in meinem ebay-shop! Out of a large archiv, more offers in my ebay shop! Das Angebot wird als Sammlerstück verkauft - Urheberrechte sind im Kauf ausdrücklich NICHT enthalten!!! This offer is sold as a collector's item only and no copyrights are being sold here. Weitere historische Originale finden Sie in meinem ebay-shop!!! For more original historical prints please take a look in my ebay-shop!!! Versand ausschließlich per Einschreiben. Zu Rückgabe und AGB bitte mich-Seite beachten. Die dort hinterlegten Informationen sind verbindlicher Bestandteil dieses Angebots/dieser Artikelbeschreibung! 1830, 1898, 19. Jahrhundert, A-1100 Wien, Adel, Akademie der Bildenden Künste, Akademische Kunst, Akademische Malerei, Altmeisterlichkeit, Alt-Wien, Anmut, Aristokratie, Ars gratia artis, art nouveau, Ästhetik, Atelier, Baiern, Bavarica, bayerische Geschichte, Bayern, Bildhauer, Bildhauer Strobl, Bildniskunst, Biografien, Biographie, Biographien, Bohème, Büste, Caspar von Zumbusch, D-33442 Herzebrock-Clarholz, Denkmal, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Donaumonarchie, Doppelmonarchie, Erotica, Erotik, Erotika, erotique, Fantasie, Fin de siècle, Genre, Geschichte, Gesellschaftsleben, Gestaltung, Großbürgertum, Großplastik, Gründerzeit, Habsburg, Halbig, Haltung und Balance, Handwerk, Harmonie, Histoire de Moeurs, historicism, Historische Bilder, Historismus, History of Manners, Hochadel, Hohenzollern, Hungary, Jugendstil, K.u.K., Kabinett, Kaiser Wilhelm I., Kolossalstatue, König Ludwig I., Königreich Bayern, Kostümkunde, Kreativität, Kreis Gütersloh, Kultur, Kulturgeschichte, Kunst, Kunstgeschichte, Künstler, Künstleratelier, Künstlerporträt, Lebensstil, Max II-Denkmal, Maxmonument, Mode, Modelle, Modernisme, Monumentalplastik, München, Nostalgie, Oberbayern, Österreich-Ungarn, Otto von Freising, Persönlichkeiten, Pferd, Pferdeskulptur, Phantasie, Photographie, Plastik, Poesie, Porta Westfalica, Porträt, Prominente, Reformstil, Reichshauptstadt Berlin, Residenzstadt München, Richard Wagner, Riesenfiguren, Schönheit, Sittengeschichte, Skulptur, Spiritualität, Statue, Träumerei, Traumwelt, Ungarn, Westfalen, Wien, Wiener Secession, Wittelsbach, zeitgenössische Kunst, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte Hans Temple (* 7. Juli 1857 in Littau; † 3. Dezember 1931 in Wien) war deutscher Genre- und Porträtmaler. Leben und Werk Hans Temple studierte an der Wiener Akademie, seine Lehrer waren Hans Canon und Heinrich von Angeli, später ging er nach Paris, wo er für zwei Jahre in der Ausbildung von Mihály Munkácsy stand. Das Hauptgebiet des Malers waren Bildnisse zeitgenössischer bekannter Künstler in der Umgebung ihres Ateliers. So malte er u. a. den Bildhauer Viktor Tilgner bei der Arbeit am Mozartdenkmal (Wiener Burggarten) sowie seinen Lehrer Munkácsy in seinem Atelier bei der Arbeit an dessen Gemälde “Christus vor Pilatus“ (in Privatbesitz). Temple erhielt auch offizielle Aufträge des Wiener Hofes, wie das Gemälde „Gratulation der k.u.k. Armee an Kaiser Franz Joseph I. zum 85. Geburtstag durch Erzherzog Friedrich". Auch dem Gemälde „Gottesdienst im Kriegsspital im Wiener Künstlerhaus“ dürfte ein offizieller Auftrag des Kaiserhauses vorausgegangen sein. 1896 erhielt er auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin eine kleine Goldmedaille. 1898 malte Temple im Auftrag der Herzogin Alexandrine von Sachsen-Coburg-Gotha eine figurenreiche Darstellung der Hochzeitsfeierlichkeiten bei der Vermählung des Herzogs Ernst II. mit Herzogin Alexandrine in der Schlosskapelle zu Karlsruhe am 3. Mai 1842, die 34 Porträtfiguren enthält. Das hauptsächliche Wirken von Hans Temple fand in Wien statt, wo er am 3. Dezember 1931 starb. Im Jahr 1959 wurde in Wien Liesing (23. Bezirk) die Hans-Temple-Gasse nach ihm benannt. Werke (Auszug) Gottesdienst im Kriegsspital im Wiener Künstlerhaus. Öl auf Leinwand, 1915. Heeresgeschichtliches Museum, Wien Gratulation der k.u.k.-Armee an Kaiser Franz Joseph zum 85. Geburtstag. Öl auf Leinwand, 1915. Heeresgeschichtliches Museum, Wien Liegender Frauenakt. Öl auf Leinwand, 39×50 cm, Privatbesitz Der Liebesbrief, um 1900, Öl auf Holz, 38,5 × 24,5 cm, Museumsstiftung Post und Telekommunikation Porträt Mihály von Munkácsy, Öl auf Holz, 53 × 65 cm, Munkácsy Mihály Museum, Békéscsaba Porträt Alajos Stróbl, um 1880, Öl auf Leinwand, 111 × 141 cm, Ungarische Nationalgalerie, Budapest Porträt Károly Pulszky, 1884, Öl auf Leinwand, Ungarische Nationalgalerie Caspar Clemens Eduard Zumbusch, ab 1888 Ritter von Zumbusch (* 23. November 1830 in Herzebrock; † 26. September 1915 in Rimsting am Chiemsee) war ein deutscher Bildhauer. Er gilt als der wichtigste Monumentalplastiker der Gründerzeit in Österreich. Leben Zumbusch ging im Alter von 18 Jahren nach München, um an der Akademie der bildenden Künste zu studieren. Als er die Aufnahmeprüfung nicht bestand, wechselte er an die Polytechnische Schule und erlernte dort bei Johann von Halbig das Modellieren. Nach einer Studienreise nach Rom schuf er 1866–1872 das Bronzedenkmal von König Maximilian II. von Bayern in der Münchener Maximilianstraße. Ab 1873 war er in Wien tätig. Seine Hauptwerke sind das Beethoven-Denkmal (1873–1880) und das Denkmal für Maria Theresia zwischen dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum in Wien (1888). Bei diesem Denkmal thront die Kaiserin-Königin oberhalb von Sockelfiguren ihrer Berater und Reiterstatuen ihrer Feldherren. Ebenfalls in Wien stehen seine Reiterstandbilder für die Feldherren Josef Radetzky von Radetz (1891) und Erzherzog Albrecht (1898–1899). Bedeutendstes Werk in seiner westfälischen Heimat ist das Kaiser-Wilhelm-I.-Standbild für das Westfälische Provinzialdenkmal an der Porta Westfalica. Das Standbild wurde in Kupfertreibarbeit gefertigt. Alle Arbeiten sind von deutlich idealisierender Darstellung gekennzeichnet. Von 1873 bis zu seiner Emeritierung (1901) war Zumbusch Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er die Meisterklasse für höhere Bildhauerei leitete. Aus dieser gingen mehrere bekannte Absolventen hervor, u. a. Anton Brenek. Zumbusch bewohnte ab seiner Zeit an der Akademie am Schillerplatz das ihm von Architekt Georg Niemann (1841–1912) für Goldegggasse 1, Wien-Wieden geplante (nicht mehr bestehende) Einfamilienhaus. Zumbusch wurde am 15. Februar 1888 in Wien mit Verleihung des Eisernen Kronenordens 3. Klasse in den österreichischen Ritterstand erhoben. Im Jahr 1908 zog er sich in den Chiemgau zurück, wo er am 27. September 1915 im Alter von 84 Jahren starb. Zumbusch heiratete am 4. Oktober 1860 in Altötting Antonie Vogl (* 18. Dezember 1838 in München; † 25. April 1917 ebenda), die Tochter des königlich bayerischen Oberst Ludwig Vogl und der Marie Vigl. Das Ehepaar hatte drei Töchter und zwei Söhne. Sowohl sein Sohn Ludwig von Zumbusch als auch sein Bruder Julius Zumbusch waren ebenfalls Künstler. Sein Sohn Leo von Zumbusch war Dermatologe. Einer seiner Schüler war der Bildhauer Alfonso Canciani aus dem Friaul. Zumbusch ist in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. 1956 wurde die Zumbuschgasse in Simmering nach ihm benannt. In seinem Heimatort Herzebrock trägt neben einer Straße auch ein Schulzentrum seinen Namen. In seinem Geburtshaus wurde 2011 das Caspar Ritter von Zumbusch-Museum eröffnet. Seit 1980 vergibt die Caspar-Ritter-von-Zumbusch-Stiftung alle fünf Jahre den Caspar-Ritter-von-Zumbusch-Preis, einen Förderpreis für junge Künstler. Werke (Auswahl) Marmor-Büste Georg Egestorffs, 1857 Denkmal für Otto von Freising (1858) Denkmal für Jakob Herz in Erlangen (1875, zerstört 1933) Beethoven-Denkmal auf dem Beethovenplatz in Wien (1880) Kolossalstatue des Kaisers Franz Joseph auf der Feststiege der Universität Wien (1883) Maria-Theresien-Denkmal auf dem Maria-Theresien-Platz (1888) Reiterstandbild für Feldmarschall Radetzky vor dem Regierungsgebäude am Stubenring in Wien (von 1892 bis 1912 auf dem Platz Am Hof) Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica (1892-1896) Reiterstandbild für Erzherzog Albrecht auf der Albrechtsrampe in Wien (1899) Denkmal für Dr. med. Johann Lukas Schönlein (1793-1864) in Bamberg im Jahr 1874 Maxmonument in München (1875) Siegesdenkmal in Augsburg (1876) Denkmal für Bernhard II. Erich Freund Herzog von Sachsen-Meiningen (1903) Büste in der Universität Wien von Anton Hye von Glunek Kaspar Ritter von Zumbusch (Bildhauer, geb. zu Herzebrook an der Ems in Westphalen am 23., nach der „Neuen Freien Presse“ am 28. November 1830). Sein Vater, Postverwalter und Rentmeister bei dem Herzoge von Croy, bebaute eigenen Grundbesitz. Die Mutter, eine große Bücherfreundin, vertiefte sich gern in Nachsinnen über die höchsten und letzten Dinge. Die Gegend, in welcher der Knabe mit seinen Eltern wohnte, war ganz danach angethan, seine Phantasie anzuregen und überhaupt ein Erdenwinkel, der schon manchen großen Mann, es seien nur Kaulbach, Rauch, Freiligrath, Bunsen genannt, der Welt geschenkt. Bei der großen Vorliebe des Vaters für alte Kupferstiche und sonstigen alten zierlichen Hausrath, der in allen Ecken und an allen Wänden der Wohnung vertheilt war, fand seine rege Phantasie genug Gelegenheit, sich in die Schöpfungen der Kunst zu vertiefen, und frühzeitig fing er an, Menschenköpfe und Thiergestalten zu schnitzeln. Diese Arbeiten weckten in der Mutter den Gedanken, ihn der Bildhauerkunst zu widmen, während der praktische Vater in der Kaufmannschaft einen festeren Boden sah als in der Bildhauerei. Wie bedeutend aber die Schnitzereien des Jünglings waren, beweist die Thatsache, daß, als ein höherer Beamter solche im Elternhause gesehen und nach Berlin genommen, um sie dem großen Rauch zu zeigen, dieser den bemerkenswerthen Ausspruch that: „Das wäre ein Bildhauer auch ohne Hände.“ Dieser Ausspruch Rauch’s bewirkte, daß Zumbusch vorderhand die Gewerbeschule in München für zwei Jahre besuchte und dann ein Jahr auf der Provinzialzeichenschule daselbst sich heranbildete. Doch immer noch zweifelte er selbst, ob er die Künstlerlaufbahn einschlagen solle, und war zuletzt fest entschlossen, Kaufmann zu werden, Amerika und die große Welt zu durchreisen, womit der Vater ganz einverstanden war. Im Herbst 1848 traf aber auch schon der Brief seines Onkels aus Bremen ein, der ihm in dieser Stadt eine gute Stelle in einem Handlungshause ausgemacht hatte. Jetzt aber kam es über ihn wie eine Erleuchtung, im Augenblick der Abreise faßte er den Entschluß, Künstler zu werden, und anstatt nach Bremen fuhr er nach München, um bei Schwanthaler Aufnahme zu suchen. In Würzburg angekommen, griff er nach einer Zeitung, und wie ein Schlag traf es [308] ihn, als er darin die Nachricht vom Tode Schwanthaler’s las. Niedergedrückt traf er am 28. November in München ein. Die Anfänge daselbst ließen sich nichts weniger als verlockend an. Er meldete sich zur Aufnahme als Schüler bei der Akademie, machte eine Probearbeit und wurde – Cornelius und Schnorr waren schon lange nicht mehr an der Anstalt – „als unfähig zurückgewiesen“! Das aber entmuthigte ihn doch nicht, und statt in die Akademie einzutreten, trat er in die Modelirschule, welche unter Halbig’s Leitung an der damaligen polytechnischen Schule Münchens blühte. Bei diesem Meister arbeitete er nun fünf Jahre. „Scharf sehen und sicher nachbilden“, mit anderen Worten: Naturanschauung und Naturtreue, das lernte er bei Halbig, also nicht den akademischen Weg vom Studium der Alten zur Natur, sondern gerade den umgekehrten, von der Natur zu den Alten hatte er eingeschlagen. Nun aber traten schwere Ereignisse in sein Leben: der Zusammenbruch des Wohlstandes im Elternhause, der Tod des Vaters, und er war mit einem Male ganz auf sich selbst gestellt. Doch behielt er Fassung, und ein guter Auftrag ermuthigte ihn; die Baronin Zweybrücken geborene Gräfin Rechberg bestellte bei ihm eine Madonna für die Pfarrkirche in Domsdorf in der Nähe des hohen Rechberg. Nun miethete der 23jährige Jüngling ein kleines Atelier und vertiefte sich mit Eifer in das Studium der alten christlichen Kunst. Ein figurenreicher Bischofstab in Elfenbein, den er für den Erzbischof Grafen Reisach machte, wurde allgemein bewundert. Freunde der christlichen Kunst, wie Lasaulx, Heinrich Heß, Windischmann, Guido Görres und andere Männer ähnlicher Richtung suchten den jungen Künstler auf. Aufträge kirchlicher Art kamen in Menge, er nahm mehrere Gehilfen auf, die dann in Holz, Stein, Terracotta ausführten, was er an Madonnen und Heiligen modellirte. Diese Bilderwerke gingen nach Bayern, Westphalen, ins Rheinland, nach Belgien, England, Amerika, größtentheils nicht einmal unter seinem Namen. Ein Altar mit mehreren Figuren in Marmor für die Grabcapelle der Frau von Waldenburg, eine Madonna in Bronze für die Façade der Herzogspitalkirche in München, eine andere fast lebensgroße Madonna für ein Grabdenkmal in Darmstadt, deren Wiederholungen im Pusterthal wie in Aschaffenburg aufgestellt wurden – eine ausführliche Uebersicht der Werke des Künstlers folgt S. 309 und 310 – das waren die ersten bedeutenderen Arbeiten aus jener Zeit. Schon im Sommer 1849 hatte Zumbusch in Begleitung Professor Halbig’s eine Reise nach Mailand und Florenz gemacht; dieser folgte eine Reise nach Belgien. Doch sie waren von geringem Einfluß für den Künstler, von desto größerem Einfluß als diese war aber die Reise, welche er einige Jahre später im October 1857 mit Unterstützung des reichen Arbeiterfreundes Eggestorf in Hannover nach Italien unternahm, wo er Mailand, Verona, Padua, Venedig besuchte und vorderhand noch vorherrschend archäologische Studien machte, dann in Florenz die Meister Masaccio, Filippo Lippi, Thaddeo Gaddi, Lorenzo Credi, Botticcelli und vornehmlich Ghirlandajo bewunderte und studirte, bis ihm in Rom, im Vatican und Capitol die volle und echte Schönheit, das Ideal, das ewig und allein giltige in den daselbst geschauten Werken zum vollen Bewußtsein kam. Im Mai [309] 1858 kehrte der Künstler nach München zurück und blieb noch ein paar Jahre dem Zweige der Kunst getreu, der ihn bisher beschäftigt hatte. Es war nicht leicht zu einem großen Auftrage zu kommen, er hatte gegen die Phalanx der alten Meister anzukämpfen. Doch ließ er sich nicht entmuthigen, er studirte neben der Antike mit allem Eifer Geschichte, das frisch pulsirende Leben in Münchens wissenschaftlichen Kreisen, welches König Max geweckt, verfehlte auch auf ihn seinen Einfluß nicht, er kam mit den Dichtern und Geschichtsforschern dieses Kreises in nähere Berührung. Es folgten nun mehrere Werke, meistens Büsten, welche die allgemeine Aufmerksamkeit auf den Künstler lenkten. Nach einer abermaligen Reise im Jahre 1867 nach Rom und Neapel, wo er mehrere Werke ausführte, die großen Beifall fanden und einen größeren Auftrag, die Statue des Grafen Rumford, zur Folge hatten, nahm er nach seiner Rückkehr an dem Wettbewerb für das Denkmal des Königs Max II. in München Theil, und das Schiedsgericht erkannte ihm unter den übrigen Preisbewerbern Hähnel, Schilling, Kreling, Widmann und Brugger den ersten Preis zu und ertheilte ihm auch den Auftrag zur Ausführung. Am 12. October 1875 wurde das Monument enthüllt. Aber noch bevor er dieses monumentale Werk vollendet hatte, erging 1872 an ihn ein Ruf nach Wien. Man bedürfte bei der großartigen Bauthätigkeit Wiens zur Herstellung des Gleichgewichts eines ausgezeichneten Bildhauers, und es gelang, in Zumbusch einen Künstler ersten Rangs zu gewinnen, den München, wo er doch so Vieles und Schönes geschaffen, nicht festzuhalten verstand. Er trat im November 1873 seine neue Stellung als Professor der Plastik an der Wiener Akademie der bildenden Künste an, welche er noch zur Stunde einnimmt. Als in Wien auf Anordnung des Kaisers Franz Joseph dessen großer Vorfahrin Maria Theresia ein monumentales Standbild errichtet werden sollte, errang er unter den Preisbewerbern den Preis, ging 1876 an den Beginn des Werkes und vollendete es 1887. Er wurde nach Enthüllung seines Werkes in den Ritterstand erhoben. Noch sei erwähnt, daß er in der Zwischenzeit – Sommer 1882 – eine Reise über Athen und Smyrna nach Güllbagsche angetreten hat. Seit dem Jahre 1860 ist Zumbusch mit der Tochter des Majors Vogel vermält, und man will wissen, daß er ihre Züge in dem Antlitz der schönen Madonna, die in Paderborn auf dem Kettenplatze aufgestellt ist, verewigt habe. Aus dieser Ehe entstammen mehrere Kinder: Töchter und Söhne. In jüngster Zeit hieß es, daß Zumbusch zur Ausführung des Kaiser Friedrich-Denkmals ausersehen sei. Wir lassen nun eine Uebersicht der uns bekannt gewordenen Werke – mit Ausnahme der schon in der Lebensskizze genannten – folgen. I. Uebersicht der Büsten, Statuen und Monumentalwerke des Bildhauers Zumbusch: A. Monumentale Werke, Statuen und Reliefs. Modell einer Reiterstatue Friedrich Wilhelms III. von Preußen, für das Standbild in Köln. Am Sockel zeigen sich in Reliefs die Erhebung des preußischen Volkes in den Freiheitskriegen und die Segnungen des dadurch gewonnenen Friedens für die Rheinlande, während an den Vorsprüngen die vier Hauptträger der Bewegung: Blücher, Scharnhorst, Stein und Gneisenau angebracht sind. Der Künstler betheiligte sich 1862 an der Concurrenz und erhielt dafür den fünften Preis mit 1000 Thalern. – Die Giebelgruppe Schwaben und Neuburg am Nationalmuseum in München. – Die Kolossalstatue [310] des Generals Rumford in der Maximilianstraße Münchens. – Basrelief in Bronze, die Schlacht von Kulm vorstellend, an dem Denkmal des Prinzen Adalbert von Preußen, entworfen von seiner Tochter, der Gräfin Waldenburg, für den Berliner Friedhof. – Eine Copie der Flora Canova’s im Auftrage Eggestorf’s. – Der Freiherr und die Freifrau von Fraunhofen, zwei Erzbilder in alterthümlicher Tracht für die Grabcapelle auf Schloß Neufraunhofen bei Landshut. – Das kolossale Standbild des Anatomen Herz in Erlangen. – Das Sager’sche Grabmal, den Abschied der Mutter von ihren Kindern darstellend, in den prächtigsten Marmorarten mit Bronceverzierung auf dem Münchener Friedhof. – Das Nationaldenkmal in München: Maximilian II. von Bayern, im Rondell der Maximilianstraße. Die Stufen des Thrones umgeben die 10 Fuß hohen Kolossalgestalten der Gerechtigkeit, der Wehrkraft, des Friedens und der Aufklärung; an den Ecken dazwischen vier Knabengestalten. 7–8 Fuß hoch. jede mit einem Wappenschild, auf dem die Wappen der vier Hauptbestandtheile des Königreichs: Bayern, Schwaben, Franken und die Pfalz, dargestellt sind Die ausführlichste Beschreibung brachte die „Augsburger Abendpost“ vom 6. October 1875, Nr. 277. – Das Heldendenkmal in Freiburg, eine den Helden krönende allegorische Figur, wofür der Künstler den ersten Goldpreis gewann. – Das Sieges- und Friedensdenkmal in Augsburg: der Krieger aus dem Volke steckt das Schwert ein und kehrt nach dem Kampfe zu seiner ländlichen Arbeit zurück. – Das Denkmal des berühmten Geschichtschreibers und Bischofs Otto von Freising auf dem Domplatze in Freising. – Das Beethoven-Monument in Wien: unter dem auf dem Postament sitzenden Meister auf der einen Seite Prometheus mit dem nach dessen Brust hackenden Adler, auf der anderen die Nike das siegende klingende Finale andeutend; beide Figuren sind in lieblichster Weise durch einen aus neun Genien (der geflügelte Amor, der Todesgenius, der Held, das Pastorale u. s. w.) bestehenden Kinderreigen verbunden. – Die Reiterfigur des Kaisers Franz Joseph. Reliefsculptur im Wiener Rathhausthurm. – Das Maria Theresia-Monument in Wien auf dem Platze zwischen den beiden kaiserlichen Museen, dem kunst- und dem naturhistorischen [siehe in den Quellen V: Urtheile über seine größeren Werke S. 313]. – Die Kolossalstatue des Kaisers Franz Joseph. Acht Fuß hoch aus Carraramarmor im Treppenhause des Wiener Universitätsgebäudes. – Das Standbild des Ministers Dr. Glaser im Vestibule des Universitätsgebäudes. – Die Marmorstatue des Geognosten A. G. Werner im Stiegenhause des naturhistorischen Museums in Wien. Dann gewann der Künstler den zweiten Preis beim Concurrenzausschreiben für ein Werder-Denkmal in Baden (April 1872) mit 1500 fl. Auch vollendete er 1887 eine Modellskizze für das Wiener Radetzky-Denkmal. Noch hatte der Künstler im Auftrage des Kaisers Maximilian von Mexiko eine Statue Alexanders von Humboldt auszuführen übernommen und sie im Modell bereits fertig gemacht, als die Katastrophe in Queretaro die Ausführung des Werkes vereitelte. – B. Grabmonumente, Altäre, Kirchenstatuen u. d. m. Kolossale Madonna für den Kettenplatz in Paderborn, im Auftrage der Stadt. Man will wissen, daß das liebliche Antlitz der Gnadenmutter die Züge der Frau des Künstlers trage. – Der gothische Hochaltar für die Freisinger Georgskirche, in der Mitte Sanct Georg zu Roß, rückwärts St. Katharina und Barbara, zu Häupten Christus, Maria und Joseph, die schönen edelgehaltenen Figuren sind aus Holz geschnitzt. – Die Figuren zum St. Benno und Corbinian-Altar in der Liebfrauenkirche in München: St. Benno, Corbinian, Emmeran und Bonifacius, ferner St. Florian, Michael, Maximilian nebst noch einigen Figuren in kleineren Dimensionen. – Mehrere Arbeiten für die Redemptoristenkirche in Rom. – Die Kanzel für die katholische Kirche zu Amsterdam mit über 20 Figuren. – Die kolossalen Figuren für die Redemptoristenkirche zu Trier. – Die kolossalen Figuren St. Boromäus, Alphons und zwei Madonnen für eine katholische Kirche in England. – Der mit Hautreliefs geschmückte Kirchentisch für Fräulein Waldenburg in Berlin. – Das Grabdenkmal des Freiherrn und Generals von Zweybrücken: St. Hubert, St. Georg, in der Mitte Christus mit den Wundmalen. – Das Grabdenkmal der Familie von Langlois auf dem Friedhof in München: St. Ludwig und August, in der Mitte Maria mit dem Jesukinde. – Das Grabdenkmal der Familie Schindler (Julius von der Traun) in Aigen nächst Salzburg. Ueberdies befinden sich in Oldenburg mehrere treffliche und theilweise umfangreiche Holzschnitzereien, zu Steinfurt bei Münster und an anderen Orten verschiedene religiöse Gruppen aus Sandstein, am ganzen Niederrhein zwischen Cleve und Geldern zerstreut mehrere Werke des Künstlers. – C. Kleinere Werke, Büsten, Statuetten. Es ist nicht leicht, die chronologische Aufzählung dieser Werke beizubehalten, so geben wir die Folge, wie wir sie in unseren Aufzeichnungen fanden: die Marmorbüsten des Cardinal-Erzbischofs Reisach – des sächsischen Malers Vogel von Vogelstein, jetzt in den Arkaden des südlichen Friedhofs in München – des Professors Martius – Professors Döderlein – Dr. Nußbaum’s – Büste und Medaillon des Pfarrers Rinecker in Reichenhall – des Dr. Merz für das katholische Gesellenhaus zu München – des Humanisten Eggestorf, nach Anderen Eggersdorf und seiner Gattin in Hannover (eine der ersten Arbeiten des Künstlers; Beide waren große Förderer seines Talentes, in deren Auftrage er noch mehrere Arbeiten ausgeführt) – der Gattin des Professors Arndt – des Königs Ludwig II., obwohl nur nach einer Photographie, aber mit solcher Vollendung ausgeführt, daß sie allgemeine Bewunderung erregte; ferner die Büsten von Richard Wagner – Oskar von Redwitz – Propst Döllinger – Reichsrath von Pözl – Prinz und Prinzessin Ludwig von Bayern – Baurath Hügel – Dr. E. Lieber – Graf Reisach – Freifrau von Lerchenfeld – Fräulein Mallinger – Hofrath Orges – Dr. Schindler (Poet Julius von der Traun) – Sophie Schröder, im Auftrage der Mitglieder des Münchener Hoftheaters und auf dem Münchener Gottesacker im October 1869 enthüllt – Freiin von Cramer-Clett – Gräfin von Waldenburg – Kaiser Franz Joseph in mehreren Ausführungen – Ernst Förster – Dr. Schönlein – Moltke – Erzherzog Karl Stephan – Minister Stremayr – Franz Liszt – Geheimrath Löher – Herr von Schauß – Gattin und Tochter des Herrn von Hallberger – eine Kolossalbüste Schiller’s für den Garten des Dichters Oskar von Redwitz in Meran – Bischofstab für den Erzbischof von München, Grafen Reisach – sechs Marmorstatuetten, die Heldengestalten aus Richard Wagner’s Opern darstellend: Tanhäuser – Lohengrin – Fliegender Holländer – Walther von Stolzing – Siegfried – Tristan, im Auftrage des Königs Ludwig II. für sein Lustschloß Linderhof. Der Künstler soll dieselben öfter zu Geschenken des Königs wiederholt haben. (1876.) – II. Biographien. Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1873, Beilage, Nr. 114, S. 1732: „Kaspar Zumbusch“. Von F. Tr. – Dieselbe (Augsburg, Cotta, 4°.) 1874. Beilage, Nr. 41: „Wiener Briefe VII“. Von V.(incenti) [über sein Atelier und seine Arbeiten]. – Dieselbe (Augsburg, Cotta, 4°.) 1875, Beil. Nr. 306: „Die Epigonen der romantischen Kunst“. – Berggruen, die graphischen Künste (Wien) 1885, VII. Jahrg., S. 23. – Buch für Alle (illustr. Blatt, Fol.) 1878, S. 439. – Daheim (Velhagen und Klasing, 4°,) 1877, S. 768 u. f.: „Kaspar Zumbusch. Lebensbild eines Künstlers“. – Die Heimat (Wien, 4.) 1883, S. 586: „Professor Kaspar Zumbusch“. – Illustrirtes Wiener Extrablatt, 13. Mai 1888, Nr. 133: „Der Schöpfer des Maria Theresia-Monuments“. Von Ludwig Basch. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 2. Juni 1888, Nr. 2344, S. 553. – Kunst für Alle, 15. April 1888, S. 252, von v. Vincente. – Lang (Ludwig). Münchener Sonntagsblatt, 1861, S. 363: „Zur christlichen Kunst“. Von Franz Trautmann. – Mayer (A.). Münchener Frauenkirche (1863) Seite 26. – Müller (Herm. Alex. Dr.). Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesammtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke (Leipzig 1832, Bibliographisches Institut, br. 12°.) S. 575. – Münchener Propyläen, I. Jahrgang. 1869, Nr. 25: „Kaspar Zumbusch“. – Neue Freie Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1872, Nr. 2766 im Kunstblatt: „K. C. Zumbusch“ [nach dieser geb. 28. November 1830]. – Neue Illustrirte Zeitung (Wien, Zamarski, Fol.) 1883, Nr. 10, S. 154: „Kaspar Zumbusch“. – Pecht (Friedrich). Kunst für Alle. Mai 1886, S. 227. – Derselbe. VI. Jahrg., S. 76. – (Schorer’s) Familienblatt 1888, 3. Beilage zu Nr. 6: „Autographenmappe: Kaspar R. v. Zumbusch“. – Ueber Land und Meer (Stuttgart, Hallberger) 28. Bd., 1872, Nr. 37, S. 18: „Kaspar Zumbusch“. Von Karl Albert Regnet; – 60. Bd. (1888), S. 659. – Dasselbe. Jahrg. 1887/88, Heft 12, S. 1551: „Unsere Künstler. Der Schöpfer des Maria Theresia-Denkmals in Wien“ [in der Octavausgabe]. – III. Porträts. 1) Unterschrift: „Kaspar Zumbusch“. Originalzeichnung von V. Frör in „Ueber Land und Meer“ 28. Bd., 1872, Nr. 37; ebenda 46. Bd., 1881, Nr. 45, S. 896. – 2) Unterschrift: „Professor Zumbusch bei der Arbeit des Maria Theresia-Denkmals“. W. Gause nach der Natur. 14. April 1888. P. Angerer und Göschl chemit. in Schorer’s Familienblatt 1888, Beilage zu Nr. 20. – 3) Unterschrift: „Professor Kaspar Zumbusch“. Nach einer Photographie, gezeichnet von C. Kolb im „Buch für Alle“ 1878. S. 433. – 4) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges: „K. Zumbusch“. Nach der Natur radirt von J. L. Raab in „Daheim“ (Velhagen und Klasing, 4°.) 1877, S. 769. – 5) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges: „K. Zumbusch“. Th. Volz gez. Trefflicher Holzschnitt in Medaillon in Blumen- und Blatteinfassung und einem meißelnden Genius: in „Ueber Land und Meer“, Jahrg. 1887/88. 12. Heft. S. 1551.– 6) Unterschrift: „Professor Kaspar Zumbusch“. Paar xyl. Anst., Weiß gez. in der „Neuen illustr. Zeitung“ (Wien, Folio) XI. Jahrg., 3. December 1882, Nr. 10. – 7) Unterschrift: „Professor Kaspar Zumbusch“. Schöner Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in der „Heimat“ (Wien, 4°.) 1883, S. 585. – 8) „Wie Kaiser Franz Joseph dem Künstler die Hand drückt“ in der „Illustrirten Zeitung“ (J. J. Weber, Leipzig) 20. Juni 1888, Nr. 2348, S. 684. – 9) Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in Schorer’s „Familienblatt“ 1888, 3. Beilage zu Nr. 6 in der Rubrik: „Autographenmappe“. – 10) Ueberschrift: „Kaspar Zumbusch“. Kräftiger Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen mit Facsimilie der Handschrift im „Illustrirten Wiener Extrablatt“ 13. Mai 1888, Nr. 133. – Des Künstlers Büste in der „Neuen Münchener Zeitung“ 1857, Nr. 27. – IV. Abbildungen seiner Hauptwerke. Beethoven-Denkmal in Wien. Nach der Natur gezeichnet von W. Gause, Tegetmejer xyl. Anst., in Schorer’s „Familienblatt“ 1880, S. 393. – Das Beethoven-Monument. Nach dem Entwurfe von Prof. Zumbusch, gezeichnet von A. Reitte in der „Neuen illustr. Zeitung“ 1874, Bd. I, Nr. 10, S. 3 (Matoloni, xyl. Anst., Wien, Fol.). – Beethoven-Denkmal in Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1880, Bd. XV, S 250. – Sockelfiguren des Beethoven-Denkmals zu Wien [Geniengruppe der Vorderseite, Prometheus mit dem Adler, die Siegesjungfrau, Geniengruppe der Rückseite], gute Holzschnitte in der „Neuen illustrirten Zeitung“ (Wien, Zamarski) 9. Mai 1880, Nr. 33. S. 521. – Das Denkmal Maximilians II., Königs von Bayern, in München. Auf Holz gezeichnet von C. Kolb im „Buch für Alle“ 1876, S. 196 [Text über das Denkmal S. 199].– Kaiserstatue im Treppenhause der Universität in Wien, in Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1886, Bd. XXI, S. 347. – Grabdenkmal der Familie Schindler zu Aigen nächst Salzburg [des Dichters Julius von der Traun] in der „Neuen Freien Presse“ 12. September 1874. – Modellskizze zum Wiener Radetzky-Denkmal in Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1887, Bd. XXII, S. 45. – Das Denkmal der Kaiserin Maria Theresia in Wien. Holzschnittzeichnung ohne Angabe des Xylographen in „Ueber Land und Meer“ (Octavausgabe) 1887/88, Heft XII, S. 1552 und 1553. – Das Maria Theresia-Denkmal in Wien. Nach einer Photographie von Victor Angerer in Wien. Prächtiger Holzschnitt in Groß-Folio in den „Meisterwerken der Holzschneidekunst“ (Leipzig, J. J. Weber) Blatt XXV. – Das Maria Theresien-Denkmal zu Wien. Holzschnitt von G. Heuer und Kirms xyl. Anst. in der „Illustr. Frauen-Zeitung“ (Berlin und Wien, Fol.) XV. Jahrg. 17. Juni 1888, Nr. 12, drittes Blatt [Text S. 111]. – Einzelfiguren zum Denkmal der Maria Theresia im Atelier in der „Illustrirten Zeitung“ (Leipzig, J. J. Weber) 3. Mai 1884, Nr. 2131. – Der Platz, wo das Maria Theresia-Denkmal steht, nebst den Abbildungen der vier Reiterfiguren: Laudon, Daun, Traun, Khevenhüller im „Illustrirten Wiener Extrablatt“ 13. Mai 1888, Nr. 133. – V. Urtheile über seine größeren Werke. Ein neuer gothischer Hochaltar in der Pfarrkirche zu [313] Freising in der Beil. zur „Augsburger“ Postzeitung“ 29. April 1857, Nr. 91. – Zumbusch’s Friedens- und Siegesdenkmal in Augsburg in der „Allgem. Zeitung“ 31. October 1876, Beil, Nr. 305; „Augsburger Post-Zeitung“ 5. October 1876, Nr. 208; „Allgemeine Zeitung“ 1876, Beilage Nr. 306. Von K. G. – Modell zu dem Denkmal Friedrich Wilhelms III. in Köln, in der „Kölnischen Zeitung“ 1862, Nr. 79, zweites Blatt [zugleich mit dem Modell zum nämlichen Denkmal von Karl Cauer aus Kreuznach]. – Das National-Denkmal für München (König Maximilian II.) in von Lützow’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ Bd. II, 3. Heft (1869) von W. Lübke. – „Illustrirte Welt“ 24. Jahrg. (1876) S. 31 von Karl Albert Regnet. – „Allgemeine Zeitung“ (Augsburg, Cotta) 25. October 1875. Beilage 298: „Münchener Kunst“ von Fr. Pecht. Dieselbe. 15. October 1875. – Maria Theresia-Denkmal. Auf der Stirnseite trägt das Denkmal den Namen der großen Kaiserin, auf der Rückseite die Inschrift: „Errichtet von Kaiser Franz Joseph I.“. Dasselbe ruht auf einem Plateau, dessen Durchmesser 29.7 Meter beträgt. Seine Gesammthöhe ist 19.36 Meter, die Höhe der sitzenden Hauptfigur mißt allein 6 Meter. Die allegorischen Figuren um den Thronsessel weisen eine Höhe von 5.4 Meter, die Standfiguren von 3.4 Meter, die Reliefs von 3.95 und die Reiterfiguren eine Höhe von 4.42 Meter auf. Die Säulen aus Tiroler Serpentin, welche den aus böhmischem Granit hergestellten Sockel schmücken, sind 4.58 Meter hoch. Das Material des unteren Plateaus ist Mauthausener Granit. An den Modellen zu dem Denkmal wurde von 1876–1887 gearbeitet. Die vier allegorischen Figuren sind die Kraft, Weisheit, Gerechtigkeit, Milde; die dargestellten Figuren: Daun, Loudon, Traun, Khevenhüller (die vier Reiter), ferner Fürst Kaunitz, Bartenstein, Starhemberg, Mercy, Fürst Wenzel Liechtenstein, Lacy, Habit, Nádasdy, van Swieten, Eckhel, Pray, Gluck, Haydn, Mozart als Kind, Haugwitz, Grassalkowich, Bruckenthal, Riegger, Martini und Sonnenfels; in ihnen sind die Lenker der äußeren Angelegenheiten, die Feldherren, die Koryphäen in Kunst und Wissenschaft und die Justiz in der theresianischen Zeit dargestellt; Metastasio fehlt. [Neue Freie Presse, 11. und 13. Mai 1888 im Feuilleton von E. Ranzoni. Ueber die Entwürfe, die zugleich mit Zumbusch von den Bildhauern Costenoble, Silbernagl und von Wagner – von diesen dreien ein Entwurf collectiv – dann von Kundmann und Benk ausgestellt worden, s. die „Neue Freie Presse“ 24. März 1875, Nr. 3799.] – VI. Charakteristik seiner Handschrift. „Wenn Täuschung nur die Kunst begehrt, | So hat sie wahrlich keinen Werth, | Denn die Natur ist uns gegeben. | Und nie erreicht sie unser Streben.“ K. Zumbusch. Diese facsimilirten Verse, die auch als des Künstlers Wahlspruch gelten können, bringt Schorer’s „Familienblatt“ 1888 in der 3. Beilage zu Nr. 6 und knüpft daran folgende Charakteristik der Handschrift: „In Zumbusch’s Schrift sind die Willensfähigkeiten deutlich ausgedrückt. Beharrlichkeit und Energie, Ausdauer und Willensfestigkeit und auch ein wenig Kampfeslust finden darin ebenso ihren Ausdruck, wie vorwiegender Ernst – wiewohl der Sinn für Witz nicht fehlt. Der Sinn für das Monumentale ist noch in keine graphologische Regel gefaßt. Anspruchslose Einfachheit, Leidenschaftsfähigkeit und Originalität, sowie die Form des T, W und Z davon spricht, können wir jedoch hier behaupten. – VII. Seine Schüler. Anton Heß, Emil Hillebrand, des Meisters Bruder Julius Zumbusch, Alois Löher, Peter Rummel, Johann Kalmsteiner, die dem Meister aus München nach Wien folgten. In Wien gesellten sich zum Meister: Heinrich Pendl, Emmerich Swoboda, Edmund Hofmann, Anton Breuneck. Des Meisters Hilfsarbeiter sind: Peter Neuner und Heinrich Pirtsch, die Beide schon viele Jahre bei ihm arbeiten. – VIII. Das Zumbuschfest. Ein solches fand dem Künstler zu Ehren statt im Hause des Geheimrathes v. Löher in München zur Vorfeier der Enthüllung des Denkmals Max’ II. im October 1875. Dabei wurde von dem Gastgeber ein launiger Toast in Versen ausgebracht, der in der „Allgemeinen Zeitung“ 1875, außerordentliche Beilage zu Nr. 289, S. 4523 mitgetheilt ist. Alois Strobl, österreichischer Bildhauer, hervorragender Meister der ungarländischen Bildhauerei (Karpatendeutscher). Geboren am 21. Juni 1856 in Leopold-Neustadt (Lipt. Hrädok)/Slowakei, gestorben am 13. Dezember 1926 in Budapest. Zuerst war er in Schlesien in einem Eisenhammer-Modellierer, dann studierte er 1876-1880 an der Kunstgewerbeschule und an der Kunstakademie in Wien bei Kaspar Ritter von Zumbusch. 1882 schuf er sein erstes Werk: Eine Statue des Perseus. Aber bereits 1880 hatte er den Auftrag erhalten, die Frontseite des Ofenpester Opernhauses zu modellieren und am Eingang desselben die Standbilder der Komponisten Franz Liszt und Franz Erkel zu schaffen (1882). 1884 gestaltete er die Büsten Kaiser Franz Josephs, 1886 das des Fürstprimas Johann Simor, des Erzbischofs Georg Császka, des Malers Michael Munkácsy (Lieb) und in späteren Jahren die Büsten des Grafen Alexander Károly, des Barons Josef Eötvös („Ötwösch“), des ungarischen Epikers Johann Arany u. a. Weitere Werke: Der Sarkophag der Staatsmanns Franz Deák, der Matthias-Brunnen in der Ofner Burg (1904), die Standbilder des heiligen Gerhard und des ersten ungarischen Königs St. Stephan in der Ofenpester St.-Stefan-Basilika, des Türkenhelden Stefan Dobó in Erlau (1907), des Arztes Ignaz Philipp Semmelweis (1906) in Ofenpest, des ungarischen Romanciers Maurus Jókai (1921). Sein bekanntestes Werk ist das Reiterstandbild Sankt Stephans in der Ofner Burg bzw. neben der Fischerbastei (1906). Sein schönstes Kunstwerk: „Unsere Mutter“ das 1900 in Paris mit dem großen Preis ausgezeichnet wurde. Alois Strobl war Professor an der Hochschule für bildende Künste in Ofenpest und Träger zahlreicher in- und ausländischer Auszeichnungen. So erhielt er 1922 den Greguss-Preis der ungarischen Kisfaludy-Gesellschaft. Für seine Verdienste wurde er 1907 mit dem Prädikat „lipótújvári“ (Alois Strobl von Leopoldneustadt) in den ungarischen Adelsstand erhoben (Alajos Strobl von LIPTOUJVAR). Werke: "Unsere Mutter" (lebensgroße sitzende Statue, 1900 auf der Pariser Weltausstellung mit dem Großen Preis ausgezeichnet); "Ignaz Semmelweis", 1904/06, "Franz Liszt", 1904/07, Liszts Totenmaske um 1886, Büste des Physikers Leonhard von Eötvös; "St. Gerhard u. St. Emmerich", 1904; "St. Franziskus"; "St . Stephanus", 1908/12. Christian Albert Theodor Billroth (* 26. April 1829 in Bergen auf Rügen; † 6. Februar 1894 in Abbazia, Istrien) war ein deutsch-österreichischer Mediziner und einer der bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts. Er wird allgemein als der Begründer der modernen Bauchchirurgie und Pionier der Kehlkopfchirurgie angesehen. Billroth war der Sohn des Pastors Karl Theodor Billroth (1800–1834) und dessen Ehefrau Christina Nagel (1808–1851). Sein Großvater Johann Christian Billroth war Bürgermeister in Greifswald. Seine Großmutter mütterlicherseits war die Sängerin Sophie Dorothea Willich; ein Onkel väterlicherseits war der Theologe Gustav Billroth (1808–1836). Seine Schulzeit absolvierte Billroth meistenteils in Greifswald und dort begann er auch sein Studium. Anfänglich auch dem Studium der Musik zugetan, entschied er sich dann aber doch für die Medizin. Später wechselte er an die Universitäten von Göttingen und Berlin; seine Lehrer waren u. a. Johannes Müller, Moritz Heinrich Romberg, Johann Lukas Schönlein und Ludwig Traube. Nach seiner Promotion 1852 ging Billroth für ein knappes Jahr nach Wien, um dort Vorlesungen von Ferdinand von Hebra, Richard Heschl und Johann von Oppolzer zu besuchen. In dieser Zeit wurde er Mitglied des Akademischen Gesangsvereins Wien, der heutigen Universitätssängerschaft Barden zu Wien. Vor seiner Rückkehr nach Berlin hielt sich Billroth zu Studienzwecken für kurze Zeit auch in Paris auf. Als Assistent von Bernhard von Langenbeck wirkte Billroth zwischen 1853 und 1860 an der Charité, wo er die Grundlagen plastischer Chirurgie und die Konstruktion chirurgischer Instrumente erlernte. Bei Langenbeck konnte er sich in den Fächern Chirurgie und pathologische Anatomie 1856 habilitieren. 1858 heiratete Billroth in Berlin Christel Michaelis, eine Tochter des Hofmedikus Edgar Michaelis (1807–1848). Mit ihr hatte er drei Töchter und einen Sohn. Durch seine Ehefrau war Billroth mit dem Schauspieler und Sänger Fritz Eunike verwandt. 1858 lehnte er einen Ruf der pathologischen Anatomie nach Greifswald ab, sondern nahm zwei Jahre später die Berufung auf den Chirurgischen Lehrstuhl nach Zürich an, wo er dann seine bekannten pathologisch-anatomischen Arbeiten schrieb. So schuf er in Zürich die Grundlagen für die „wissenschaftliche Chirurgie“ (später nannte man ihn „Naturforscher im Kittel des Chirurgen“) und hob damit sein Fach auf jene Höhe, auf der er später dann mit Ernst von Bergmann, August Bier, Ferdinand Sauerbruch und anderen seine großen Triumphe feiern konnte. 1862 lehnte Billroth ein Angebot der Universität Rostock ab und 1864 ein ebensolches aus Heidelberg. Von Zürich aus wechselte er 1867 nach Wien und übernahm dort die 2. chirurgische Lehrkanzel, welcher er bis an sein Lebensende vorstand. Den Ruf als Langenbecks Nachfolger nach Berlin lehnte er ab. Unterbrochen wurde seine Tätigkeit in Wien 1870/71 durch den deutsch-französischen Krieg. Den überwiegenden Teil wirkte Billroth als Chirurg in den Lazaretten von Weißenburg und Mannheim. Sofort nach Kriegsende kehrte Billroth nach Wien zurück und widmete sich wieder seiner Berufung als Arzt. Neben seiner Tätigkeit im Allgemeinen Krankenhaus in Wien wirkte er in Lehre und Forschung an der Universität Wien. Die Wiener Medizinische Schule hatte in Billroth einen herausragenden Vertreter gefunden. - Theodor Billroth war 1872 Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Billroth sind direkt eine Reihe von Meilensteinen der Chirurgie zu verdanken, darunter 1871 die erste Ösophagektomie (Entfernung der Speiseröhre) und 1873 die erste Laryngektomie (Entfernung des Kehlkopfs). Am bekanntesten ist jedoch seine – nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen – erste erfolgreiche Magenresektion (teilweise Entfernung des Magens), die ihm am 29. Januar 1881 bei einem Magenkrebspatienten gelang. In der Folge wurden zwei Formen der Magenresektion, Billrothresektion (Billroth I und Billroth II) nach ihm benannt. Auch ein wasserdichter Verbandstoff trägt nach ihm den Namen Billroth-Batist. Neben seiner Tätigkeit als Chirurg forschte Billroth auch auf dem Gebiet der Mikrobiologie. So beschrieb er Kugelbakterien in Eiterpräparaten, die er allerdings als „Vegetationsformen“ ineinander übergehender Kugel- und Stäbchenformen pleomorpher Algen, von ihm als „Coccobacteria septica“ bezeichnet, auffasste. Allerdings hielt er diese nicht für die Ursache der Infektionen. In einigen Kulturen fand Billroth in Ketten angeordnete Kugelbakterien, die er als Streptokokken bezeichnete. Billroth, dessen operative Erfolge nicht zuletzt durch die Einführung der Antisepsis ermöglicht worden waren, war ein Förderer des Krankenhaus- und Krankenpflegewesens. Die Gründung des Rudolfinerhauses 1882, einem Spital mit Krankenpflegerschule, war deshalb nur konsequent. Im Jahr 1883 wurde er zum Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften und 1888 der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt. Zusätzlich zu seinen großen Erfolgen in der Chirurgie war Theodor Billroth auch ein begabter Amateur-Pianist und Amateur-Violinist, der in enger Freundschaft mit Johannes Brahms und Eduard Hanslick stand. Im Alter von beinahe 65 Jahren starb Theodor Billroth am 6. Februar 1894 in Abbazia (Opatija) und fand seine letzte Ruhestätte in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 14 A, Nummer 7). Nachleben Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie schreibt alljährlich für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der klinischen und experimentellen Chirurgie und deren Grenzbereiche den Theodor-Billroth-Preis aus. Das in Alsergrund gelegene Gebäude, in dem die Gesellschaft der Ärzte in Wien ihren Sitz hat, heißt Billrothhaus. Sie verleiht auch die Billroth-Medaille an namhafte Mediziner. Eine Billrothstraße gibt es im 19. Wiener Gemeindebezirk, wo sich das nach Theodor Billroth benannte Billrothgymnasium befindet. In Salzburg gibt es ebenfalls eine Billrothstraße. Eine Theodor-Billroth-Straße findet sich in der Hansestadt Bremen. Eine Billroth-Straße findet sich zudem in der Hansestadt Hamburg. Eine Billrothstraße befindet sich ebenfalls in Zweibrücken, Rheinland-Pfalz und eine Billrothgasse befindet sich in Graz. In Kremmen-Staffelde gibt es eine Gedenktafel für Theodor Billroth. In St. Gilgen am Wolfgangsee gibt es ein Parkhotel Billroth. Es steht an der Stelle der von Architekt Leopold Theyer (1851–1937) geplanten, 1884/85 fertiggestellten, 1905 abgebrochenen Villa Billroth, in der Theodor Billroth über lange Jahre seine Sommerfrische verbrachte und von der noch heute der ursprüngliche Villengarten erhalten ist. In Bergen auf Rügen, dem Geburtsort Theodor Billroths, wurde schon 1896 eine Straße nach ihm benannt. Das Geburtshaus Billrothstraße 17 kaufte 1998 die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und baute das „Billroth-Haus“ zu einer Begegnungsstätte mit Seminarräumen, einer wissenschaftlichen Bibliothek und Cafeteria aus. Seine musikalischen Neigungen würdigt die Stadt mit klassischen Hauskonzerten im „Billroth-Haus“. Die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ist auf einem überlebensgroßen Ölgemälde von Ismaél Gentz (1862–1914) im Langenbeck-Virchow-Haus (LVH) in Berlin dargestellt, das heute wieder der Gesellschaft zusammen mit der Berliner Medizinischen Gesellschaft (gegr. 1860) gehört: Hier steht von Langenbeck mit Billroth gegenüber Victor von Bruns (Peiper). Weiterhin wird Billroth mit einer Marmorbüste (1892) von Zumbusch geehrt, die im Foyer des LVH steht. Werke (Auswahl) De natura et causa pulmonum affectionis quae nervo utroque vago dissecto exoritur. Dissertation, Universität Berlin 1852 Historische und kritische Studien über den Transport der im Felde Verwundeten und Kranken auf Eisenbahnen. Wien, 1874. Die Krankenpflege im Hause und im Hospitale. Ein Handbuch für Familien und Krankenpflegerinnen. Wien 1881. Über das Lehren und Lernen der medizinischen Wissenschaften an den Universitäten der deutschen Nation, nebst allgemeinen Bemerkungen über Universitäten. Wien 1876 Untersuchungen über die Entwicklung der Blutgefässe, nebst Beobachtungen aus der königlichen chirurgischen Universitäts-Klinik zu Berlin. Habilitation, Universität Berlin 1856 Wer ist musikalisch? Wagner, Hamburg 1985, (Repr. d. Ausg. Berlin 1896) Wenzel Anton Graf Kaunitz-Rietberg (* 2. Februar 1711 in Wien; † 27. Juni 1794 in Mariahilf, damals noch Vorort von Wien), seit 1764 Reichsfürst von Kaunitz-Rietberg in Westfalen, war österreichischer Staatsmann des aufgeklärten Absolutismus, Reichshofrat und Diplomat. Als Berater und Mitarbeiter der Reformen Maria Theresias und Josephs II. und als Gründer des österreichischen Staatsrats war er die führende Stimme der Aufklärungspartei in der Habsburgermonarchie und Beförderer vieler innenpolitischer Reformen. Als Staatskanzler (1753–1792) war er für die Außenpolitik Österreichs zuständig und trug durch das Bündnis mit Frankreich im Vorfeld des Siebenjährigen Krieges zum Renversement des alliances bei. Unter Kaiserin Maria Theresia hatte er umfassende Vollmachten in der Außenpolitik. Sie wurden jedoch unter den Nachfolgern Josef II., Leopold II. und Franz II. immer mehr eingeschränkt. Familie Einen ihrer Stammsitze hatte die Familie der Kaunitz in Austerlitz, dem heutigen Slavkov in Mähren. Seine Eltern waren Maximilian Ulrich von Kaunitz (1679–1746) und Marie Ernestine von Ostfriesland-Rietberg (1686–1758). Der Vater war unter anderem Landeshauptmann in Mähren. Die Mutter war die Erbtochter des Grafen Ferdinand Maximilian von Ostfriesland und Rietberg in Westfalen, mit deren Vater das Haus Ostfriesland 1690 in männlicher Linie ausgestorben war. Die Grafschaft ging danach an Wenzel von Kaunitz und erhielt den Namen Kaunitz-Rietberg. Er selbst heiratete 1736 Maria Ernestine von Starhemberg (1717–1749). Sie war die Enkelin des ehemaligen Hofkammerpräsidenten Thomas Gundacker Graf von Starhemberg, der als Mitglied der Geheimen Konferenz einer der einflussreichsten Berater von Kaiser Karl VI. war. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor. Unter diesen: Ernst Christoph 2. Reichsfürst von Kaunitz-Rietberg (* 6. Juni 1737; † 1797), Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, K.k. Obersthofmarschall und Botschafter, Fideikomissherr, verehelicht am 12. November 1741 mit Maria Leopoldine Elisabeth Prinzessin zu Oettingen-Spielberg (* 28. November 1741), Tochter des Johann Aloys Reichsfürst von Oettingen und Oettingen-Spielberg, deren Sohn Joseph Ernst Karl Januarius Graf von Kaunitz-Rietberg, geboren in Neapel am 20. Juli 1769, vor 1797 unverehelicht verstarb. Deren Tochter Maria Eleonore, geboren nach 1770, verstorben am 19. März 1825, ehelichte am 26. September 1795 Klemens Wenzel Lothar von Metternich Fürst von Metternich-Winneberg-Ochsenhausen aus dem Hause Metternich-Winneburg-Beilstein, Herzog von Portella, u.a. auf Königswart in Westböhmen, K.k. Staatskanzler und Minister des Äußeren, verstorben 1859 in Wien. Dominik Anton Andreas Graf von Kaunitz-Rietberg-Questenberg (d.d. 1761) sukz. 1797 als 3. Fürst und Fideikommissherr, (1740-1812); 1762 verehelicht mit Maria Bernhardine Gräfin von Plettenberg, Tochter des Franz Joseph Graf von Plettenberg-Witten zu Mietingen (aus dem Hause Nordkirchen), Erbmarschall des Fürstentum Münster. Deren Kinder waren: 1) Maria Theresia (1763-1803), verehelicht im Jahre 1784 mit Rudolph (den Älteren) Graf von Wrbna und Freudenthal, auf Groß-Waltersdorf, Horzowitz und Ginetz, Oberstkämmerer und Geheimrat, Kommandant der K.k.Böhmischen Noblegarde (1813/1814) und Präsident der kgl. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag, verstorben 1833 in Wien; 2) Vinzenz, 4.Fürst von Kaunitz-Rietberg-Questenberg auf Neuschloß (1764-1839) (sukz. 1812); ehelichte am 15. Februar 1801 in Prag (Pfarrei Maria de Viktoria) Pauline de Longueval, Gräfin von Buquoy, verstorben nach 1850; 3) Aloys Wenzel 5. Fürst von Kaunitz-Rietberg-Questenberg, Fideikommissherr (sukz. 1829) K.k. Geheimrat und Kämmerer, (1774-1774) verstorben als letzter männlicher Namensträger der mährischen Linie des fürstlichen Hauses; 1798 verehelicht mit Franziska Ungnadin Gräfin von Weißenwolf (* 1773), Tochter des Guidobald Ungnad Graf von Weißenwolf, Freiherr zu Sonneck und Ennseck. Franz Wenzel Graf von Kaunitz-Rietberg (* 1742, † unverehelicht 1825), General-Feldzeugmeister. Joseph Clemens (* 22. November 1743), K.k.Kämmerer, unverehelicht verstorben. Maria Antonia (* 16. Mai 1745); verehelicht 1763 mit Christoph Wilhelm Graf und Herr von Thürheim Freiherr von Bibrachzell. Frühe Jahre Der Vater erwirkte 1724 aus Gründen der Versorgung für seinen Sohn durch päpstliche Provision die Anwartschaft auf eine Stelle als Domherr in Münster. Damit war indes nicht die Absicht verbunden, in den geistlichen Stand einzutreten. Er resignierte die Stelle 1733. Wenzel Anton Graf Kaunitz studierte in Leipzig Rechtswissenschaften und schloss das Studium 1731 mit einer hervorragenden Disputation ab. In der Folge unternahm er seine Grand Tour, die ihn nach Berlin, in die Niederlande, nach Italien und schließlich nach Paris führte. Er kehrte 1734 nach Wien zurück, wo er schon seit längerem die Anwartschaft auf eine Stelle im Reichshofrat hatte. Im Jahr 1734 war er zunächst Regimentsrat in Niederösterreich, ehe er ein Jahr später seine Stelle am Reichshofrat antreten konnte. Er beabsichtigte, in den diplomatischen Dienst einzutreten. Seine finanzielle Situation war aber nicht gut genug, als dass er einen Botschafterposten an einem angesehenen Hof annehmen konnte. Er musste sich mit einer Gesandtschaft in Italien zufriedengeben, um dort die Geburt des späteren Kaisers Josef II. anzuzeigen. Zwischen 1742 und 1744 war er außerordentlicher Gesandter in Turin. In dieser Zeit gelang es ihm, das unsichere Bündnis mit dem Königreich Sardinien zu stabilisieren. Im Jahr 1744 wurde er Minister beim Generalstatthalter der österreichischen Niederlande Karl Alexander von Lothringen, dem Schwager Maria Theresias, mit Sitz in Brüssel. Seit 1745 war Kaunitz der dortige bevollmächtigte Minister. Bei Abwesenheit des Generalstatthalters übernahm er auch dessen Funktion vertretungsweise. Für ihn war bald klar, dass die Niederlande während des laufenden Österreichischen Erbfolgekriegs nicht gegen Frankreich gehalten werden könnten. Tatsächlich musste er 1746 kapitulieren und ging zunächst nach Antwerpen, von wo er nach Wien zurückkehrte. Als Gesandter Österreichs war er 1748 an den Verhandlungen zum Frieden von Aachen maßgeblich beteiligt. Der Verhandlungsverlauf überzeugte ihn, dass die bisherigen österreichischen Bündnispartner England und die Niederlande an der von Maria Theresia geplanten Rückgewinnung Schlesiens nicht interessiert seien. Er begann daher, auf eine Annäherung an Frankreich zu setzen. Kaunitz war sogar zeitweise bereit, die Österreichischen Niederlande im Tausch gegen die politische Unterstützung Frankreichs einzusetzen. Von 1749 bis 1750 war er Mitglied des Geheimen Rats. Während der Geheimen Konferenz vom 5. Mai 1749 formulierte er erstmals seine politischen Vorstellungen. Das Ziel der Zurückgewinnung Schlesiens war danach vordringlich. Um dieses Ziel zu erreichen, sei ein Bündnis mit Frankreich nötig. Nach einer langen Debatte wurde dieser Kurs gebilligt. Er selbst wurde bevollmächtigter Minister in Paris, wo er bis 1752 als österreichischer Botschafter blieb. Dort präsentierte er Österreich als eine neue Macht, die nur noch locker mit dem Heiligen Römischen Reich verbunden sei. Er konnte unter den maßgeblichen Kräften in Paris zwar Vertrauen gewinnen, aber ein Bündnis kam dennoch nicht zu Stande. Den Plan stellte er daher vorerst zurück. Stattdessen trat er in engen Kontakt mit einigen französischen Aufklärern und betrieb einen offenen Salon. Mit Voltaire hatte er keinen Kontakt. Von den Enzyklopädisten hat er nur einige kennengelernt. Fälschlicherweise wurde später behauptet, Rousseau sei sein Sekretär gewesen. Staatskanzler Siebenjähriger Krieg Maria Theresia bot ihm um 1751 insgeheim das Amt des Staatskanzlers (zuständig vor allem für die Außenpolitik) an. Kaunitz verwies auf seine schwache Gesundheit, erklärte sich aber bereit, den Posten für kurze Zeit zu übernehmen. Er müsse jedoch freie Hand bekommen, damit er die Behörde so umorganisieren könne, bis diese wie ein Uhrwerk funktioniere. Tatsächlich gelang es ihm in zähen Verhandlungen, so große Kompetenzen durchzusetzen, wie sie bislang noch kein Minister in Österreich besessen hatte. Statt das Amt nur kurz zu verwalten, blieb er 41 Jahre unter Maria Theresia, Josef II. und Leopold II. Staatskanzler, ehe er am 19. August 1792 seinen Abschied nahm. Gegen Kaunitz hatten sich sowohl Maria Theresias Mann, Kaiser Franz I., als auch weitere führende Personen ausgesprochen. Die Herrscherin übersah auch nicht seine Selbstherrlichkeit und seine hypochondrischen Neigungen, war aber von seinen Qualitäten überzeugt. Zunächst machte er die Staatskanzlei zu einem reibungslos funktionierenden modernen Außenministerium. Nach dem Umbau des Amtsgebäudes am Ballhausplatz (heutiges Bundeskanzleramt) wurde auch das Haus-, Hof- und Staatsarchiv integriert. Kaunitz forcierte unter Schwierigkeiten seine profranzösische Außenpolitik – eine deutliche Kursänderung im Gegensatz zu der von Freiherr von Bartenstein beeinflussten Politik seines Vorgängers Anton Corfiz Ulfeldt. Nachdem 1754 in Übersee die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England begonnen hatten, wies er den österreichischen Botschafter Georg Adam von Starhemberg an, die Bündnispläne in Paris erneut auf den Tisch zu bringen. Als es zur preußisch-englischen Konvention von Westminster gekommen war, ging Ludwig XV. auf die Vorschläge ein, und es kam 1756 zum Defensivbündnis zwischen Österreich und Frankreich. Daneben konnte er auch Russland als Bündnispartner gewinnen. Als Friedrich II. zu Beginn des Siebenjährigen Krieges Sachsen überfiel, gelang es Kaunitz, Frankreich 1757 zu einem Offensivbündnis gegen Preußen zu bewegen. Hinzu traten Russland und Schweden. Der berühmte Wechsel der Allianzen („Renversement des alliances“) und das Ende der jahrhundertelangen Feindschaft zwischen Frankreich und Habsburg bedeuteten einen wichtigen Wendepunkt der europäischen politischen Geschichte. Während des Krieges war Kaunitz der engste Berater Maria Theresias, traf zahlreiche militärische Entscheidungen selbst und begab sich anfangs selbst zur Armee. Die Staatskanzlei leitete in den folgenden Jahren die militärischen Operationen. Allerdings gelang es ihm nicht, die Verbündeten zu einem koordinierten militärischen Vorgehen zu bewegen. An Stelle des eher zögerlich agierenden Leopold Joseph von Daun setzte er auf Gideon Ernst von Laudon. Aber auch diesem gelang kein entscheidender Sieg. Im Jahr 1760 begann sich auf österreichischen Seite allmählich eine Erschöpfung der Kräfte abzuzeichnen. Für Kaunitz lag ein Grund in den von Friedrich Wilhelm von Haugwitz geschaffenen neuen Verwaltungsstrukturen. Er drängte auf die Auflösung des Directorium in publicis et cameralibus und damit auf die Entmachtung von Haugwitz. Er lehnte die Entmachtung der Stände und die Neuordnung nicht grundsätzlich ab, sah aber die Chance, seinen Einfluss zu vergrößern. So setzte er die Bildung eines Staatsrates und die Schaffung von Ressortministerien durch. Der Staatsrat beriet über alle Probleme der einzelnen Behörden, hatte aber selbst kein Exekutivrecht. Das Direktorium wurde 1761 aufgehoben, stattdessen wurde eine Vereinigte böhmische und österreichische Hofkanzlei eingerichtet. All dies half nicht die Situation Österreichs kurzfristig zu verbessern. Nachdem Russland unter dem neuen Zaren Peter III. 1762 aus dem Bündnis ausgeschieden war, trieb Kaunitz die Friedensbemühungen voran, die 1763 zum Frieden von Hubertusburg und den endgültigen Verzicht auf Schlesien führten. Höhepunkt des Einflusses Nach dem Ende des Krieges plante Kaunitz weitgehende Reformen. An den zahlreichen Veränderungen dieser Zeit hatte er seinen Anteil. So war er maßgeblich an der Zentralisierung der Verwaltung beteiligt. Die Reformen nahmen teilweise den Josephinismus vorweg. Der Jesuit Ferdinand Maaß sprach den auch von Kaunitziatismus. Vor allem das Verhältnis von Staat und Kirche beschäftigten Kaunitz in dieser Zeit. Teilweise wurden diese in den norditalienischen Besitzungen, die der Staatskanzlei unterstanden, erprobt. Besonders die wirtschaftlichen Sonderrechte der Kirche waren nach Meinung von Kaunitz nicht zu vereinbaren mit einem modernen Staat. Dazu zählte etwa die Steuerfreiheit des Klerus und der Besitz der toten Hand. All dies machte einen katholischen Staat zwangsläufig einem protestantischen unterlegen, wo diese Probleme seit der Reformation nicht mehr bestanden. Als ideologischer Begründung bediente sich Kaunitz des Jansenismus. Er legte 1768 eine große Denkschrift vor, in der er die Säkularisierung des Kirchenbesitzes und das Ende der Steuerfreiheit der Kleriker vorschlug. Es gelang Kaunitz in langwierigen Verhandlungen, die fromme Maria Theresia auf einen staatskirchlichen Kurs einzuschwören. Tatsächlich wurde seit 1768 die Steuerfreiheit des Klerus abgeschafft. Sinkende Bedeutung Nach dem Tod des Kaisers Franz I. wuchs der Einfluss von Kaunitz auf Maria Theresia noch. Obwohl ihr Mitregent Joseph II. viele Ideen von Kaunitz aufnahm, kam es zu Auseinandersetzungen mit dem Staatskanzler. Unterschiede gab es vor allem hinsichtlich der Verwirklichung der Ziele. Der ungeduldige Josef konnte zudem die langatmige Art des Kanzlers nicht ausstehen. Dieser reichte daher erstmals 1766 vergeblich seinen Rücktritt ein. Trotz der Gegnerschaft zu Preußen regte Kaunitz ein Treffen zwischen Josef II. und Friedrich II. an, das 1769 in Neiße und ein Jahr später in Mährisch-Neustadt stattfand. Bei diesem zweiten Treffen begleitete Kaunitz den Kaiser und bestritt dabei offensichtlich einen Großteil des Gesprächs; der Preußenkönig äußerte sich anschließend sehr kritisch über den österreichischen Staatskanzler, dieser „halte sich für ein Orakel in der Politik und alle anderen für seine Schüler, die er belehren wolle“. Eine Folge dieser vorsichtigen Annäherung war die Erste Polnische Teilung von 1772. Kaunitz vertrat diese von Josef II. befürwortete Politik gegen die widerstrebende Maria Theresia. Im Vorfeld des Bayerischen Erbfolgekrieges von 1777 störte der Kaiser durch sein militärisches Handeln die Verhandlungen von Kaunitz. Als sich das Scheitern von Josefs Plänen abzeichnete, führte Kaunitz Friedensverhandlungen, ohne den Kaiser einzubeziehen. Diese Verhandlungen brachten 1779 das Innviertel an Österreich. Kaunitz hielt es für einen Fehler, in der Reichspolitik die Initiative Preußen zu überlassen. Ihm gelang es, 1780 nach einer langen wittelsbachischen Vorherrschaft in der Germania sacra Nordwestdeutschlands den Erzherzog Maximilian Franz von Österreich als Koadjutor in Kurköln und dem Hochstift Münster durchzusetzen. Auf dem Immerwährenden Reichstag in Regensburg gelang es ihm, eine einflussreiche kaiserfreundliche Partei zu schaffen. Maria Theresias Tod brachte für Kaunitz eine erhebliche Verringerung seines Einflusses. Der Kaiser hatte kein Interesse an seiner ausgleichenden Politik. Joseph preschte in verschiedenen außenpolitischen Punkten vor, ohne auf Kaunitz zu hören. Dazu gehörte etwa der Plan, 1784 die Österreichischen Niederlande mit den Wittelsbachern gegen Bayern zu tauschen. Dieser Plan scheiterte und führte letztlich zur Isolation Österreichs. Gegen Joseph richtete sich der 1785 auf Betreiben Friedrich II. gegründete Fürstenbund. Allerdings hatte Josef II. gegen den Rat von Kaunitz ein Bündnis mit Russland abgeschlossen. Da dieses in dieser Situation der einzige Rückhalt Österreichs war, unterstützte Kaunitz die Beteiligung am Russisch-Österreichischen Türkenkrieg. Vergeblich versuchte er, Josef von seinen überstürzten und alle regionalen Unterschiede ignorierenden Reformmaßnahmen abzubringen. Nach dem Tod des Kaisers 1790 gab es Aufstände in Ungarn und den Österreichischen Niederlanden, ein neuer Krieg mit Preußen war zu befürchten und der Krieg gegen die Osmanen drohte zu scheitern. Der neue Kaiser Leopold II. machte Kaunitz mitverantwortlich für den außenpolitischen Scherbenhaufen. Er entließ ihn zwar nicht, beschränkte seine außenpolitischen Kompetenzen aber stark. Die Politik der Annäherung an Preußen lehnte Kaunitz strikt ab. Er erkannte durchaus richtig, dass Preußen nicht mehr die starke Macht war, die sie unter Friedrich II. gewesen war. Diese Einschätzung erwies sich während des Ersten Koalitionskrieges als richtig. Ein militärisches Eingreifen gegen das revolutionäre Frankreich hielt er für falsch, weil er zu Recht annahm, dass ein Angriff von außen das Land einen würde. Auch Franz II. übernahm Kaunitz als Staatskanzler. Aber zu dieser Zeit war dessen Einfluss kaum mehr vorhanden. Die Vorbereitung zur Zweiten Polnischen Teilung von 1793 wurde ohne seine Kenntnis vereinbart, er trat am 19. August 1792 zurück. Herr der Grafschaft Rietberg Im Jahr 1746 übernahm er die Regentschaft der Grafschaft Rietberg. Wegen seiner Tätigkeit in Wien konnte er ihr aber nur wenig Aufmerksamkeit widmen und ließ sie wie schon sein Vater von Beauftragten verwalten. Im selben Jahr ließ er als Landesherr die Pfarrkirche St. Maria Immaculata am Beginn der Ortschaft Kaunitz erbauen, wenig später die St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle in Rietberg. Im Jahr 1792 veranlasste er den Bau der Kirche St. Anna in Verl. Während des Siebenjährigen Krieges mussten die gräflichen Beamten fliehen und das Landesarchiv ging verloren. Im Jahr 1768 erließ er für die Grafschaft eine fürstliche Polizei- und Kameralordnung. Im Jahr 1775 verfügte er die ersten Gemeinheits- und Markenteilungen. Zwei Jahre später folgte eine Bauordnung. Kaunitz stellte 1782 zum ersten Mal auf Dauer einen „Landphysikus“ (Landarzt) ein. Kurze Zeit später kam es auch zur Verbesserung des Bildungswesens. Förderer der Künste und privates Leben Neben diesen Kirchenbauten und der Bildungspolitik förderte Kaunitz auch die Künste und Wissenschaften. Er war ein bedeutender Kunstsammler und Förderer von Christoph Willibald Gluck. An der Gründung der Académie royale in Brüssel war er ebenso maßgeblich beteiligt wie an der Vereinigung der verschiedenen Kunstakademien in Wien zur Akademie der bildeten Künste. Er war über 20 Jahre Protektor der Einrichtung. Ihm gelang allerdings nicht die Gründung einer Wissenschaftlichen Akademie in Wien. Persönlich galt er als starker Hypochonder und extrem eitel. Kaunitz bewohnte zuerst ein Palais in der Wiener Herrengasse und danach das Staatskanzleigebäude (heute Bundeskanzleramt) am Ballhausplatz sowie das später als Schulbau genutzte Palais Kaunitz in der heutigen Amerlingstraße 6, wo er auch starb. Im Jahr 1749 wurde er in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen. Am 5. Januar 1764 wurde er zum Reichsfürstenstand und am 27. Juni 1776 zu erbländischem Fürstenstand erhoben. Tod und spätere Würdigung Kaunitz starb 1794 und ist heute in der Kaunitz’schen Familiengruft unter der St.-Johannes-der-Täufer-Kirche auf dem Friedhof Austerlitz/Slavkov bestattet. Der Fürst ruht in einem Holzsarg unter einer Glasplatte und ist mit einer Uniform und dem Großkreuz des ungarischen Stephansordens bekleidet. Die Leiche ist trocken und gut erhalten. Im Jahr 1862 wurde in Wien Mariahilf (6. Bezirk) die Kaunitzgasse nach ihm benannt. Das Maria-Theresien-Denkmal ist das wichtigste Herrscherdenkmal der Habsburgermonarchie in Wien. Es erinnert an Kaiserin Maria Theresia, die 1740 bis 1780 regierte, und steht seit 1888 auf dem Maria-Theresien-Platz an der Wiener Ringstraße (Burgring) zwischen den damaligen Hofmuseen, dem 1891 eröffneten Kunsthistorischen Museum und dem 1889 eröffneten Naturhistorischen Museum, vor dem Hintergrund des Museumsquartiers, damals die kaiserlichen Hofstallungen. Das von Tritonen- und Najadenbrunnen begleitete Ensembledenkmal zählt zum Weltkulturerbe Historisches Zentrum von Wien. Historischer Hintergrund Das Kaisertum Österreich hatte 1859 bzw. 1866 die Lombardei und Venetien an das neue Königreich Italien verloren. Es war 1866 nach der Niederlage im Deutschen Krieg, den Preußen durch Verletzung der Regeln des Deutschen Bundes ausgelöst hatte, gezwungenermaßen aus Deutschland ausgeschieden, das sich 1871 als Deutsches Reich unter neuem Kaisertum konstituierte. 1867 musste Kaiser Franz Joseph I. im Ausgleich mit Ungarn der förmlichen Teilung des Kaiserstaates in eine von Wien aus regierte cisleithanische und eine von Budapest aus regierte transleithanische Reichshälfte zustimmen, wobei Ungarn sich zunehmend nicht als Reichshälfte, sondern als weitgehend selbstständiger Staat gerierte. Während der Weltausstellung 1873 in Wien war eine Wirtschaftskrise aufgetreten, der „Gründerkrach“, die den Liberalismus als führende politische Bewegung abwertete und neue Massenparteien, vorerst die Christlichsozialen, später auch die Sozialdemokraten, entstehen ließ. Außerdem machten sich im Vielvölkerstaat immer stärker nationale Bewegungen bemerkbar. Diesen zentrifugalen und die kaiserliche Macht erodierenden Tendenzen wollte man durch patriotische Appelle an Glanz und Glorie des Kaiserstaates entgegenarbeiten. An der seit 1858 in Bau befindlichen und 1865 eröffneten neuen Wiener Ringstraße um die Altstadt bot sich die Möglichkeit dazu. Auf dem an den Maria-Theresien-Platz zentrumsseitig anschließenden Heldenplatz vor der Hofburg wurden 1860 und 1865 Denkmäler der zwei wichtigsten Feldherren der Monarchie errichtet. Für den Maria-Theresien-Platz, der mit dem Heldenplatz ein Kaiserforum bilden sollte, bot sich an, ein Denkmal der historischen Landesmutter zu errichten. Sie hatte durch ihre Ehe mit Franz Stephan von Lothringen und seine Kaiserwahl das römisch-deutsche Kaisertum nach Wien zurückgeholt und den Fortbestand der Dynastie, nunmehr als Haus Habsburg-Lothringen, gesichert. Sie verwies auf eine Zeit, in der die Entwicklung der Monarchie weder von parteipolitischen noch von nationalpolitischen Überlegungen abhängig war, sondern von der Weisheit der Regierenden. Ihr Ansehen und ihre Beliebtheit sollten auf das aktuelle Kaisertum ausstrahlen. Das Denkmal Für die Ausführung der Skulpturen reichten 1874 die drei Bildhauer Johannes Benk, Carl Kundmann und Caspar Zumbusch Entwürfe ein. Kaiser Franz Joseph I. entschied sich für Zumbusch, der mit seinem Schüler Anton Brenek rund 13 Jahre an den Bronzeplastiken arbeitete, die ein Gesamtgewicht von 44 Tonnen aufweisen. Carl von Hasenauer gestaltete die Architektur des Monuments. Mit dem Sockel bedeckt das Denkmal eine Fläche von 632 m² und ist 19,36 m hoch, obenauf die Sitzfigur der Kaiserin mit 6 m Höhe. Basis und Kettenständer bestehen aus Mauthausener Granit aus Enghagen in Oberösterreich, Postament und Sockel aus braunem Hornblende-Granit aus Petersburg-Jeschitz bei Pilsen in Tschechien, die Säulen aus Serpentinit aus Wiesen bei Sterzing in Südtirol. Das inhaltliche Programm für das Denkmal stammte von Alfred von Arneth, Direktor des kaiserlichen Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Die Monarchin selbst sitzt auf ihrem Thron an der Spitze, in der Linken ein Zepter und die Pragmatische Sanktion, den Staats- und Verfassungsvertrag, der ihr als Frau die Herrschaft in den habsburgischen Erblanden ermöglichte, mit der Rechten das Volk grüßend. Rund um den Thron auf dem Kranzgesims sitzen als allegorische Verkörperungen der Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Kraft, Milde und Weisheit vier Frauenfiguren. An den vier Seiten des Sockels befindet sich jeweils ein Bogenfeld mit einem Relief und davor ein freistehendes Standbild in thematischem Zusammenhang: Die Berater der Erzherzogin werden repräsentiert von Wenzel Anton Kaunitz als Statue und Johann Christoph von Bartenstein, Gundakar Thomas Graf Starhemberg und Florimond Claude von Mercy-Argenteau im Relief, dessen Hintergrund die Gloriette im Garten von Schloss Schönbrunn zeigt. Für die Verwaltung stehen Friedrich Wilhelm von Haugwitz (Statue) sowie Antal Grassalkovich I., Samuel von Brukenthal, Paul Joseph von Riegger, Karl Anton von Martini und Joseph von Sonnenfels in einem Beratungszimmer in der Hofburg. Für das Militär stehen Josef Wenzel I. (Statue) mit Franz Moritz von Lacy, Andreas Hadik von Futak und Franz Leopold von Nádasdy vor der Burg in Wiener Neustadt, in der 1752 die Theresianische Militärakademie eingerichtet worden war. Wissenschaft und Kunst werden repräsentiert durch den Arzt Gerard van Swieten (Statue), den Numismatiker Joseph Hilarius Eckhel, den Historiker György Pray und die Komponisten Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn und den als Kind dargestellten Wolfgang Amadeus Mozart vor der Alten Universität. Auf den diagonalen Achsen umgeben Reiterstandbilder von vier Feldherren aus der Ära Maria Theresias das Denkmal: Leopold Joseph von Daun (1705–1766), Ludwig Andreas von Khevenhüller (1683–1744), Gideon Ernst von Laudon (1717–1790) und Otto Ferdinand von Abensperg und Traun (1677–1748). Das Denkmal wird seit Oktober 2008 generalsaniert. In einem ersten Schritt wurden der Sockel, dessen Granitverkleidung und das Fundament restauriert. Unter dem Denkmal wurde im Zuge der Arbeiten ein etwa 600 m² großes Ziegelgewölbe als tragende Konstruktion entdeckt, das bereits bekannten Bauelementen unter den Reiterstandbildern auf dem Heldenplatz ähnelt. Im zweiten Schritt werden die Stein- und Metalloberflächen bis voraussichtlich Oktober 2013 saniert. Rezeption Zur Enthüllung des Denkmals am 171. Geburtstag der Kaiserin fand am 13. Mai 1888 ein großer Festakt statt. Vor dem Denkmal war dazu in einem Festzelt eine Kaiserloge errichtet worden, in der die gesamte kaiserliche Familie an der Zeremonie teilnahm. Der Wiener Erzbischof Kardinal Cölestin Josef Ganglbauer zelebrierte mit 20 anderen Bischöfen ein feierliches Tedeum, Generäle waren in weißen Waffenröcken mit Ordensbändern anwesend, Militär sicherte den Platz. Bei der Enthüllung des Denkmals läuteten alle Kirchenglocken Wiens. Kaiserin Elisabeth nahm als 51-Jährige am Festakt teil und verfasste darüber ein Gedicht, das erst Jahrzehnte später publiziert wurde. Sie sah das Ereignis durchaus kritisch, wie folgende Textzitate zeigen: Welch' grosse Ehren kann man doch / Durch Ahnen sich verdienen. Bei Gott, was soll aus dem Gewühl / Aus Habsburgsprossen werden? / Aus diesem teuren Ornament / Das jedes Land belastet (…) Sie lässt Maria Theresia sprechen: Ihr riefet mich herab zu Euch / Doch was muss ich gewahren? / Der alte Zopf, er blieb sich gleich / Seit hundert und acht Jahren! / Ihr seid so stolz noch und borniert, / Wie zu den besten Zeiten (…) Maria Theresia verlangt, die Ehrengäste mögen dem Volk eine Festtafel bereiten: Ihr, Habsburgs Sprossen, tretet vor! / Aus Eures Zeltes Schatten, / Seid heute selber Dienerchor / Dem Volk von Gottes Gnaden. Die Wiener Tageszeitung Neue Freie Presse berichtete am 14. Mai 1888 ausführlich über den außergewöhnlichen Festakt und die Zufriedenheit des Kaiserpaares mit dem Denkmal, hielt aber auch fest, dass die Gegenwart des Staates nicht so ruhmreich ausfalle wie die verflossenen Jahrhunderte. Als Beispiele wurden aus politischen Diskussionen tagesaktuelle Probleme der Gleichberechtigung der Nationalitäten Cisleithaniens berichtet. Anlässlich der Enthüllung des Denkmals 1888 wurde dieser Teil des Kaiserforums Maria-Theresien-Platz benannt. Edmund Hofmann von Aspernburg, ungarischer Bildhauer. Geboren am 02.11.1847 in Pest (heute: Budapest), gestorben am 30.03.1930 in Wien. War in Wien unter anderem an der plastischen Gestaltung der großen Ringstraßenbauten beteiligt war. Leben Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter anderem bei F. Bauer, Carl Kundmann und Kaspar Zumbusch. 1873 wurde er mit dem Reichel-Preis ausgezeichnet und wurde aufgrund dessen bekannt. So war er in der baufreudigen Ringstraßenzeit viel beschäftigt, sei es im öffentlichen Auftrag für Monumentalbauten oder privat für Denkmäler und Grabschmuck. In seinen letzten Lebensjahrzehnten war er nur mehr in geringem Umfang tätig. Seit 1875 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Er wurde am Wiener Zentralfriedhof begraben. 1932 veranstaltete das Wiener Künstlerhaus eine Gedächtnisausstellung für Edmund Hofmann von Aspernburg. Werke Herkules und Die Hydra, Burgtor, Wien 1.Bezirk, Michaelerplatz, 1890 Brunnen, gem. mit H. Haerdtl, Wien 1. Bezirk, Maria Theresien-Platz, 1888-1894 Kentauren, von Amoretten gelenkt, Bronzefiguren an der Freitreppe der Akademie der bildende Künste, Wien 1. Bezirk, Schillerplatz, 1896 Erzherzog Karl Ludwig-Brunnen, Wien 18. Bezirk, 1904-1906 (abgetragen) Ehrengrabmal J. Berger, 1904, Zentralfriedhof Wien Ehrengrabmal K. v. Blaas, 1906, Zentralfriedhof Wien Denkmal Anton Kerner von Marilaun, Arkadenhof der Universität Wien, 1908 Mitarbeit am plastischen Schmuck von Parlament, Burgtheater, Naturhistorischen Museum, Rathaus, Künstlerhaus, der Universität, etc. Denkmäler in Cormons, Görz, Marburg an der Donau, Temesvár, etc. Hans Bitterlich, österreichischer Bildhauer. Geboren am 28. April 1860 in Wien als Sohn des Malers Eduard Bitterlich (17. August 1833 Stupnicka, Pfarre Dublany, Kreis Sambor, Galizien, - 20. Mai 1872 Pfalzau bei Pressbaum, Niederösterreich); gestorben am 5. August 1949 in Wien (Zentralfriedhof). Leben Ab 1877 studierte er bei Edmund Hellmer in der Allgemeinen Bildhauerschule der Wiener Akademie und besuchte anschließend die Spezialschule bei Kaspar von Zumbusch und war 1901 bis 1931 selbst Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1886 erhielt er ein Staatsreisestipendium und ging zwei Jahre nach Italien. Bitterlich schuf anfangs hauptsächlich Porträtbüsten, von denen sich eine Reihe in den Arkaden der Universität befindet (Carl von Littrow und Josef Johann von Littrow, beide 1892; Adolf Exner, 1896; Ferdinand Ritter von Arlt, enthüllt 9. Juli 1896; Ferdinand Lotheissen, 1902; Viktor von Lang, 1929). Für die Neue Hofburg schuf Bitterlich vier große Basreliefs („Die vier Tageszeiten"), für deren Hauptfassade den „Seefahrer", für den Sitzungssaal des Parlaments die Marmorstatue des Cato und für das Kriegsministerium (Regierungsgebäude) die Giebelfeldreliefs „Kampf“ und „Sieg" (1912/1913). 1888 erhielt Bitterlich den Reichel-Preis, 1894 den Kaiserpreis, 1943 die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Bitterlich wurde 1904 außerordentlicher, 1907 ordentlicher Professor an der Akademie, war 1902-1910 Leiter der Allgemeinen Bildhauerschule, 1909 Leiter einer Spezialschule für Bildhauerei, 1910-1931 Leiter einer systematisierten Spezialschule für Bildhauerei und 1930/1931 Rektor der Akademie (4. September 1931 Komturkreuz des Österreichischen Verdienstordens). Bitterlichs bedeutendste Werke in Wien sind das Gutenbergdenkmal am Lugeck (enthüllt 17. Dezember 1900), das Kaiserin-Elisabeth-Denkmal im Volksgarten (begonnen 1904 - enthüllt 4. Juni 1907), den Auftrag hatte er gemeinsam mit Friedrich Ohmann, der die Garten- und Architekturanlage schuf, im Zuge einer Konkurrenzausschreibung erhalten; Modell im Bezirksmuseum Meidling) und das Gräfin-Andrássy-Denkmal auf der Hohen Warte (1913). Bitterlich schuf auch zahlreiche Porträtbüsten (darunter Kaiserin Elisabeth, Bürgermeister Prix, Vizebürgermeister Richter, Grillparzer, Schönerer) sowie Porträtskulpturen für Grabdenkmäler. 1943 wurde Bitterlich mit der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. Seit 1929 erinnert die Bitterlichstraße in Favoriten sowohl an Hans Bitterlich als auch an seinen Vater. Anton Brenek (* 23. Oktober 1848 in Brünn (Mähren); † 18. November 1908 in Baden bei Wien) war ein altösterreichischer Bildhauer. Leben Anton Breneks Vater war selbst Bildhauer, so war er bereits in jungen Jahren in des Vaters Atelier tätig. Ab 1872 erhielt Anton seine Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule unter Otto König, zwei Jahre später trat er in die Wiener Akademie der bildenden Künste ein, wo er die Meisterschule für höhere Bildhauerei unter Caspar von Zumbusch absolvierte. Mit ihm arbeitete Brenek an dessen Hauptwerken, dem Beethoven-Denkmal und dem Maria-Theresien-Denkmal in Wien mit. Nicht zuletzt auf Grund dieser Leistungen wurde Anton Brenek zum k. k.-Professor des Modellierens und Zeichnens an der Staatsgewerbeschule in Reichenberg ernannt. An dieser Schule unterrichtete Brenek bis 1881, dann wurde er nach Wien berufen, um an der dortigen Staatsgewerbeschule zu unterrichten. 1905 trat er in den Ruhestand, widmete sich jedoch noch bis ins hohe Alter seiner Kunst. Werke Vier Kolossalstatuen an der Fassade des Wiener Rathauses Denkmal Kaiser Joseph II. in Reichenberg Denkmal des schlesischen Landespräsidenten Baron Summer in Troppau vier figurale Reliefs in Carrara-Marmor für das Wiener Reichsratsgebäude Denkmal Kaiser Joseph II. vor dem "Deutschen Haus" in Brünn Denkmal Franz Grillparzer an der Brünner Ringstraße Denkmal für den Brünner Bürgermeister Gustav Winterholler ebenda zwei allegorische Figuren Constantia et Fortitudine in der Wiener Hofburg eine in Kupfer getriebene Victoria an der Neuen Burg Kolossalstatue eines polnischen Soldaten von 1683 an der Neuen Burg Denkmal Kaiser Franz Joseph I. in Berndorf Denkmal Constantin Tomaszczuk in Czernowitz Denkmal Josef Treitel an der Akademie der Wissenschaften in Wien Denkmal Josef Maximilian Petzval im Arkadenhof der Universität Wien Denkmal Kaiser Joseph II. in Neutitschein zwei kolossale Kindergruppen (die österreichische Kaiserkrone haltend) für die Attikia des Statthaltereigebäudes in Triest zwei kolossale Portalgruppen für den österreichischen Pavillon in der Jubiläumsausstellung in Bukarest (1906) Statue des Diego Rodríguez de Silva y Velázquez im Wiener Künstlerhaus zwei überlebensgroße Figuren für das Portal des neuen Amtsgebäudes in Karlsbad Bronzebüste Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein in Wiener Heeresgeschichtlichen Museum (1882) Alexius Emmerich Swoboda (ab 1917 Wikingen-Swoboda), österreichischer Bildhauer. Geboren am 17. Juli 1849 Wörth bei Gloggnitz, Niederösterreich, gestorben am 1. Februar 1920 Wien 15, Huglgasse 1-3 (Kaiserin-Elisabeth-Spital; zuletzt wohnhaft 14, Goldschlagstraße 64; Zentralfriedhof, Grab 33E/3/20 [Grabwidmung ehrenhalber am 31. Juli 1939]). Er studierte ab 1868 an der Akademie der bildenden Künste (bei F. Bauer und ab 1872 bei Zumbusch), erhielt ein zweijähriges Staatsstipendium für Rom (Rom-Preis) und arbeitete danach im Atelier Zumbuschs am Beethoven- und Maria-Theresien-Denkmal mit. Swoboda schuf das Bramantedenkmal, Skulpturen für das Kunsthistorische Museum (Ausschmückung im niederländischen Saal, Genien in der Parterrekuppel), das Naturhistorische Museum, die Akademie der bildenden Künste, die niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer, das Parlament (Numa Pompilius für den Sitzungssaal) und die neue Hofburg (Statuen des Bürgers und der Pomona), das Rokitanskydenkmal für den Arkadenhof der Universität, Skulpturen für städtische Schulen und Privatgebäude sowie Grabdenkmäler (Wien, Prag, Troppau), Reiterstatuetten (Franz Joseph I., Erzherzog Franz Ferdinand) und Porträtbüsten. Atelier 4, Schönburgstraße 5. - Swobodas Bruder (Adalbert Constantin, * 3. September 1853 Wien) war Architekt. Condition: In der Mitte des Bildes an der Bugfalte mit gekreuztem Einriss, sonst sehr guter Zustand., Genre: Kunst & Kultur, Thema: Kunst, Malerei & Skulptur, Original/Faksimile: Original, Erscheinungsjahr: 1898

PicClick Insights PicClick Exklusiv
  •  Popularität - 2.841 blicke, 5.9 views per day, 484 days on eBay. Super hohe von blicke. 0 verkauft, 1 verfügbar.
  •  Preis -
  •  Verkäufer - 3.286+ artikel verkauft. 0% negativ bewertungen. Top-Bewertung Plus! Verkäufer mit Top-Bewertung, 30-Tage-Rückgaberecht, Schiffe in 1 Werktag mit Tracking.
Ähnliche Artikel Items